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Die Schweiz als Industriestaat / von Dr. Emil Hofmann, Nationalrat in Frauenfeld
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61

Landwirtschaft:

Ungarn

586

Italien

567

Österreich

559

Schweden

540

Norwegen

496

Frankreich

400

Vereinigte Staaten

380

Deutschland

375

Schweiz

374

Holland

327

Dänemark

271

Belgien

229

Großbritannien u.

Irland

151

Industrie:

Großbritannien u.

Irland 537

Schweiz 407

Belgien 382

Deutschland 374

Holland 322

Frankreich 279

Italien 276

Vereinigte Staaten 241Dänemark 239

Norwegen 229

Österreich 219

Schweden 150

Ungarn 126

Handel und Ver-

kehr:

Holland 163

Vereinigte Staaten 149Frankreich 134

Norwegen 117

Belgien 116

Schweiz 107

Deutschland 106

Großbritannien u.

Irland 100

Dänemark 82

Österreich 64

Schweden 58

Italien 39

Ungarn 33

Die Ursachen dieser Erscheinungen brauchen wir nicht lange zu suchen.Jedermann kennt die Umwandlung, welche sich seit fünf Jahrzehntenvollzogen hat, und die Zolltabellen verkünden sie mit lauten Zahlen. Diedurch die Körnerkonkurrenz Amerikas , Rußlands und Indiens hervor-gerufene Situation hat auch bei uns den Getreidebau ruinirt. An dieStelle des Getreidebaues ist der weniger Hände in Anspruch nehmendeFutterbau und die lohnendere Ausfuhr von Milchprodukten und Zucht-vieh getreten. Dadurch wurde der Ertrag der nunmehrigen landwirt-schaftlichen Hauptproduktion von den Zollansätzen der Nachbarschaft ab-hängig, was mancherlei Mißlichkeiten und Wohl auch eine Steigerungder Flucht von der Landwirtschaft zur Folge hatte. Neben dem Zurück-gehen des Getreidebaues, welcher sich nicht mehr direkt lohnt und nurnoch aus anderweitigen Rücksichten in beschränktem Maße betrieben wird,machte sich auch die Reduktion des Weinbaues in gleicher Richtunggeltend. Schlechte Erträgnisse, die Schädlinge des Weinstockes sowie dieKonkurrenz ausländischer Weine führten in den letzten Jahrzehnten zueiner starken Verminderung des Rebareals. Und endlich findet dieMaschine im Laydwirtschaftsbetrieb, namentlich im letzten Jahrzehnt,eine geradezu ungewohnte Verwendung, welche den Bedarf an Hilfs-arbeitern selbst in den Haupt-Erntezeiten wesentlich reduzirt. Auf weitereUrsachen dieser sogenanntenFlucht von der Landwirtschaft", wie z. B.die Hypothekar- und Erbrechtsverhältnisse, das Aufhören etlicher Haus-industrien, sowie die ethischen Momente, welche Hiebei eine Rolle spielen,kann hier nicht eingegangen werden. Dagegen muß noch daraus hin-gewiesen werden, daß die landwirtschaftliche Bevölkerung sich seit 1870in den vorwiegend landwirtschaftlichen Gegenden einer Zunahme erfreut,