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der Spenglerei und dem Gartenbau nur über 20°/g, der Flach- undBaumalerei, Steinhauerei, Schreinerei und Glaserei, Bauschlosserci,Fuhrwerkerei, Nichtärztlichen Krankenpflege, Bnchdruckerei, Gastwirtschaft,Handel und Wäscherei mit 15—l9°/o vertreten sind.
Gewiß ist es ganz natürlich, daß unter den Berufen mit einerverhältnismäßig großen Zahl von Ausländern sich namentlich auch solchefinden, die vorwiegend in der Nähe der Landesgrenze ausgeübt werden.Damit erklärt auch die Fabrikstatistik von 1895 die große Zahl vonAusländern in der Seidenindustrie und der chemischen Industrie. Dochdamit ist die gewaltige Zahl von 12, ^/g Ausländern unter unsererFabrikarbeiterschaft noch nicht genügend erklärt. Dieselbe muß noch aufandern Ursachen beruhen. Die eine derselben mag darin gefunden werden,daß verschiedene, erst in neuerer Zeit fabrikmäßig betriebene Speziali-täten fortwährend das Bedürfnis nach fremden wohleingeübten Kräftenhaben. Die zweite beruht auf der Abneigung der einheimischen Bevölke-rung gegen gewisse Arbeiten. Beispielsweise macht diese sich besondersauffällig geltend bei der Industrie der Steine und Erden, wo wirbesonders die Erdarbeiter pan excwllenos, die Italiener und Tiroler,finden. Soweit es sich bloß um schmutzige, vielfach unangenehme undzudem nur periodische Arbeit handelt, mag diese Abneigung erklärlicherscheinen. Artet aber diese in eine Unterschätzung der Handarbeit über-haupt aus, wie man aus dem starken Prozentsatz der Ausländer unterden Typographen, Buchbindern, Bierbrauern, Müllern sowie bei derHolzindustrie zu schließen versucht ist, so ist diese Erscheinung bedenklich.Sie mahnt uns um so eher zur Beachtung, als je lohnender eineIndustrie ist, sich durchschnittlich um so mehr Fremde auf den Listenihrer Arbeiter verzeichnet finden. Mit dem Bearbeiter der erwähntenFabrikstatistik drängt sich einem unwillkürlich die Frage auf, ob dennden Einheimischen mehr die technische Ausbildung oder die Anstelligkeit,oder Zuverlässigkeit und Arbeitsamkeit fehlt, oder wo sonst der Grundliegt, wärmn wohl selten in einem Land die Konkurrenz fremder Arbeitersich in dem Maß und zwar zum Teil in der einträglichsten Beschäftigunggeltend macht.
7. Die Gntstchnngszeit des Industriestaates.
Die Schweiz ist schon lange in der Deckung des Nähr- und Roh-stoffbedarfs aufs Ausland angewiesen. Doch hat sich ihre Abhängigkeitin.der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rapid vermehrt. Die Ein-fuhr an Getreide in der Schweiz betrug durchschnittlich Per Jahr:
E. Hofmann, Die Lchweiz als Industriestaat. ö