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1899 betrug die Zahl der in den dem Fremdenverkehr dienenden Hotelsbeschäftigten Angestellten allein schon 27,700 gegenüber 23,997 fünfJahre früher und 16,022 im Jahr 1880.
Ferner wandte sich ein Teil der durch die Veränderung der land-wirtschaftlichen Betriebsart überzählig gewordenen dem Verkehr zu.Entsprechend der gewaltigen Entwickelung des Verkehrwesens hat auchdie Zahl der darin Beschäftigten zugenommen. Der prozentuale Anteildieser Beschäftigungsart hat sich vorn Jahr 1870 bis 1888 verdoppelt.Er betrug mit 47,996 Tätigen 3,,,°/o- Keine einzige Berufsklasse weisteine so gewaltige Zunahme der Tätigen auf wie die in Frage stehende.Die durchschnittliche jährliche Zunahme betrug zwischen 1870 und 1888nicht weniger als 42°/o<„ worüber sich niemand wundern wird angesichtsdes Umstandes, daß dieses Wachstum im selben Zeitraum bei der Berufs-art „Betrieb und Unterhalt von Eisenbahnen" 84,g O/o betrug. In derseither vergangenen Zeit hat in dieser Entwickelung kein Stillstand statt-gefunden. Belief sich 1888 das beim Betrieb und Unterhalt der Eisen-bahnen beschäftigte Personal auf 18,243, so bezifferte sich im Jahr 1899schon das Gesamtpersonal der Eisenbahnen mit Lokomotivbetrieb auf27,722. Die Zahl der beim Post und Telegraphenbetrieb Tätigen beliefsich Ende 1900 auf 13,919. Seit 1888 hat sich dieselbe mehr als ver-doppelt und seit 1870 verdreifacht.
Hand in Hand mit dieser Entwickelung lief die starke Besetzungeiner großen Zahl von Berufsarten mit Ausländern. Schon um dieMitte des letzten Jahrhunderts stellten sie namentlich in den Grenz-gegenden und den Städten ein starkes Kontingent zu den Taglöhnern,Bedienten und Krämern. Dazu nisteten sie sich allmählich auch imHandwerk stärker ein, eroberten sich sozusagen als ausschließliche Domäneden Eisenbahnbau nud setzten sich in unsern Fabriken fest. Schon 1880konstatierte die Volkszählung, daß wir den Eisenbahnbau fast ausschließ-lich den Ausländern überlassen, sowie daß diese unter den Architekten,Asphalt- und Zementarbeitern, Maurern und Gypsern, Schreinern,Glasern, Schlossern, Dekorationsmalern, Spenglern, Gold-, Silber- undBroncearbcitern, Kupferschmieden, Zinn- und Gelbgießern und Bürsten-bindern stark vertreten seien.
Acht Jahre später wurden von den Berufen, welche weniger alsje 3000 Tätige zählen 17 hervorgehoben, in welchen die Ausländerwenigstens einen Vierteil der Tätigen ausmachen, während unter denstärker besetzten Berufsarten die Ausländer bei der Maurerei, Gipsereiund der Baühandlangerei mit über 25°/o, den häuslichen und persön-lichen Dienstleistungen, der Erstellung oder dem Unterhalt der Straßen,