Buch 
Die Schweiz als Industriestaat / von Dr. Emil Hofmann, Nationalrat in Frauenfeld
Entstehung
Seite
78
JPEG-Download
 

78

Arbeitern beschäftigt, während die 2186 Unternehmungen kleiner undkleinster Art nur etwas mehr als 'Z der gesamten Fabrikarbeiterschaftbetätigen, nicht viel mehr als die 23 größten Etablissemente. Diesestarke Zentralstation der industriellen Arbeiterschaft tritt noch stärker her-vor, wenn man ohne Rücksicht auf die örtliche Trennung und die Ver-schiedenheit der Industriezweige alles in einen Betrieb zusammenfaßt,was einer Firma gehört.

Doch verzichten wir hierauf, um rasch einen Blick auf das Verhaltender einzelnen Industrien mit Bezug auf die Konzentration der Arbeiterzu werfen. Ohne Frage nimmt die Seidenindustrie die erste Stelle ein,was die Ansammlung großer Arbeitsmittel und Arbeitskräfte in Fabrikenanbelangt. In derselben gibt es nur 7,z°/g kleinster Geschäfte. Stattvieler kleiner Fabriken treffen wir in der Verarbeitung der Seide eineausgedehnte Hausindustrie.

Von der Textilindustrie in ihrer Gesamtheit kann gesagt werden,daß sie in einer sehr großen Zahl kleiner Geschäfte über das ganze Landverbreitet ist und die hauptsächlichsten Hausindustriellen Beschäftigungenbietet. Daneben sind wohl die Hälfte oder mehr von allen Textilarbeitenin Fabriken, in großen Geschäften beisammen.

Die Schuhsabrikation nimmt eine recht bedeutende Stellung unterder schweizerischen Fabrikindustrie ein, Sie ist auf wenige große Ge-schäfte konzentrirt. 67 , 70/0 der Arbeiter sind bei 2 Firmen engagirt.Leider mag unsere Gerberei dieser Entwickelung nicht zu folgen. 87,z°/oihrer Etablissemente haben durchschnittlich nur 19,, Arbeiter.

Die Maschinenindustrie weist Etablissemente mit weit über 1000Arbeitern auf. 17 ^ 8,2 °/o derselben beschäftigten 57,g°/g aller hiehergehörigen Arbeiter; aber auch die kleinen Geschäfte find zahlreich ver-treten. In der Uhrenmacherei liegt das Hauptgewicht in den mittlernKlassen. Die Geschäfte mit 21100 Arbeitern machen 58,o°/o ausund umfassen 56,2 o/g der gesamten Uhrcnmacherarbeiterschaft.

Die Papierindustrie und was mit ihr in unserer Berufstatistik ver-einigt ist, bewegt sich im ganzen in kleinern und mittlern Geschäften.Noch mehr nach den untern Klaffen konzentrirt sich die Holzbearbeitung.670/0 aller Geschäfte beschäftigen höchstens bis 20 Arbeiter. Die Ge-winnung von Rohstoffen ist sehr unbedeutend. Doch sind die wenigenvorhandenen Eisenwerke von namhafter Ausdehnung. In der Bearbeitungder Steine und Erden fallen die meisten Etablissemente in die Klassemit 2150 Arbeitern und die meisten Arbeiter in die nächst höhere,welche die Geschäfte mit 51100 Arbeitern umfaßt.