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Die Schweiz als Industriestaat / von Dr. Emil Hofmann, Nationalrat in Frauenfeld
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während dies hinsichtlich der starken Falirilrateneinfnlir nicht der Fallist. Dieselbe erscheint vielmehr anf den ersten Blick recht befremdlich.Doch ist Hiebei zn bedenken, daß die Ausdehnung der Industrie, dieZunahme der Städte und die Erhöhung des Standes der Lebenshaltungimmer mehr ausländische Jndustrieprodnkte zur Befriedigung der daherigenAnsprüche heranziehen. Daher steht denn auch nach der Einfuhrstatistikmit Bezug auf den Kopsanteil der Fabrikateneinfuhr die Schweiz mitBelgien und Großbritannien obenan. Dieselbe ist für diese beiden letztemLänder dreimal so groß als für Deutschland oder Frankreich und sechs-mal so groß als für Österreich-Ungarn oder Italien . Damit erklärtsich ferner die Tatsache, daß in allen Industriestaaten der Verbrauch anausländischen Fabrikaten in den letzten Jahrzehnten sich mindestens ver-doppelt hat. Beispielsweise hat sich derselbe in England vom Jahre1869 bis 1899 beinahe um das Dreifache vermehrt. In der Schweiz ist die Fabrikateneinfuhr auf den Kopf der Bevölkerung in der kurzenZeit von 1881 bis 1900 von 78 Fr. auf 108 Fr. angewachsen.

Ein Blick auf die Zusammensetzung der Einfuhrzisfer von0611150,664 Fr. im Jahr 1900 wird unsere starke Fabrikateneinfuhrauch noch nach der andern Seite hin begreiflicher erscheinen lassen. DieFabrikate der Textilindustrie sind daran mit 147,ggg Millionen Frankenoder 40,7 O/o, die sämtlicher Metallindustrien mit 90,^ Millionen Frankenoder mit 24,g°/y daran beteiligt, während am noch übrig bleibendenRest die Hanptposten sind: Chemikalien mit 24-807,054 Fr., Leder undSchuhwaren mit 20-758,055 Fr., Holzwaren mit 19-694,938 Fr., Farb-waren, Glas- und Tonwaren mit einem je fünf Millionen übersteigendenWert, und Papier, sowie literarische, wissenschaftliche, technische Kunst-gegenstände.

An dieser Stelle ist jedoch darauf aufmerksam zu machen, daß dieseZiffern unter der Schwierigkeit der Unterscheidung von Rohstoffen undFabrikaten zn leiden haben. Durch den Verzicht auf die Unterscheidungvon Fabrikaten und Halbfabrikaten erscheinen die erstem teilweise etwaszu hoch angesetzt, während die Rohstoffe etwas zu kurz kommen. Erstereenthalten aus diesem Wege eine Anzahl von Positionen, welche unsereIndustrie notwendig als Halbfabrikate braucht und die ihrer Bedeutungnach als Rohstoff zu betrachten sind. Gespinnste und Gewebe, Leder undgesägtes Nutzholz rc. sind für die sie verwendenden Industriezweige nichtHalbfabrikate, sondern Rohstoffe, während sie für die Industriezweige,welche sich mit der Herstellung dieser Halbfabrikate abgegeben, die Rollevon Fabrikaten spielen. Den ungeheuern Einfluß dieser Grnppirungunserer Handelsstatistik mag man einmal daraus ersehen, daß für Eng-