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Zur Steilschriftfrage : Referat für die thurgauische Schulsynode in Diessenhofen, Montag den 19. August 1895 / von J. Gut, Lehrer in Arbon
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man, gestützt auf zahlreiche Versuche mit der neuenSchreibart, gesammelt hat.

In den letzten zwanzig Jahren wurden von Behörden,Aerzten und Lehrern große Anstrengungen gemacht, dieschulpflichtige Jugend so viel als möglich vor Gesundheits-schädigungen zu bewahren. Unter den mannigfachenhvgicinischen Verbesserungen, die getroffen wurden, neuneich nur einige: die Einführung der Pausen und des Schul-turnens, die Verwendung einer größeren und deutlicherenDruckschrift bei Erstellung der Lehrmittel, den Bauneuer Schulhäuser mit geräumigen, richtig und hellbeleuchteten Lehrzimmern und dann namentlich aber dieErstellung zweckmäßig konstruierter Schulbänke.

Trotz dieser Fortschritte auf dem Gebiete der Schul-gesundheitspflege haben, wie durch zahlreiche ärztlicheErhebungen nachgewiesen ist, die sog. Schulkrankheiten,insbesondere die Kurzsichtigkeit und die Verkrümmungder Wirbelsäule, keine wesentliche Abnahme erfahren.

Es wäre nun entschieden ungerecht, wollte man fürdie genannten Uebel einzig und allein die Schule verant-wortlich machen; vielmehr muß betont werden, daßmancherlei außerhalb der Schule liegende Verhältnisseund besonders auch die individuelle Disposition einenschönen Teil der Schuld an den erwähnten mißlichenErscheinungen tragen. Aber genaue ärztliche Unter-suchungen haben doch dargethan, daß hauptsächlich diegroße Annäherung der Augen ans Heft und die schiefeHaltung, mit einem Wort die schlechte Körperhaltungbeim Schreiben sehr oft den Grund für die Entstehungder oben genannten Krankheiten bilden, und es wird nunvielfach behauptet, diese schlechte Körperhaltung werdezum großen Teil durch unsere allgemein gebräuchlicheSchrägschrift verursacht.