Sich draußen im großen Leben umzuschauen trägtedlen Genuß und Anregungen ein, deren wir immerwieder bedürfen, um weiten Blick und Frische zu wah-ren. Aber auch das ist schön, durch die Thäler undüber die Berge zu streisen, um alles kennen zu lernen,was ein kleiner Bezirk an Kunslsachen und alten Dingenbesitzt. Da werden wir inne, welchen Reiz solch einPürscheu gewährt. Es kommt, daß schließlich eine Eifer-sucht erwacht, die uns keine Ruhe mehr läßt, auch demGeringfügigen nachzuspüren.
Das ändert sich erst, wenn wir die Grenzpfähleüberschritten haben und es trifft dann wohl die Ge-schichte von dem Fremdling zu, der während einerheißen Faslenpredigt, die alle zu Thränen rührte, denvollen Gleichmut bewahrte. Ob auch ihn nichi dieseRede ergriffen habe? wurde der Knabe gefragt, woraufer trocken meinte, daß er eben nicht zu dieser Gemeindegehöre.
Das tönt paradox, aber wer wollte verkennen, daßdie Bedingungen zum intimsten Verstehen nicht aller-orts die gleichen sind. Es ist zudem nicht nötig, stetsund überall dieselbe Methode des Schauens undSchaffens zu befolgen; denn mag eine Materie, einForschungsgebiet noch so ansprechend sein, es tritt ein-mal die Abspannung ein, und vollends muß ihr ein-seitiges Sammeln und Beschreiben rusen. Man willsich eben nicht mit dem bloßen Protokollieren begnügen;es tritt das Bedürfnis ein, im Geist die Wandertagenachzuleben, die Dinge im Zusammenhang zu schauenund auch wieder einmal als Mensch sich Rechenschaftüber die Summe des stofflich Erworbenen, des bloßenRüstzeuges, abzulegen. So, aus einer natürlichen Re-