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Streifzüge im Thurgau : Vortrag gehalten in der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich am 22. Februar 1896 / von J. R. Rahn
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Mönchskopf dazu, so siebt ein Bild aus dem Mittel-alter da, in dem sich ein ganzes Stück Klostergeschichteverkörpert zn haben scheint. Die Tasel ist aufgehoben;in einzelnen Gruppen stehen die Gäste beisammen, dieErlesenen des Konvents und einige Pfarrherren, diezur Begrüßung Sr. Gnaden kamen; auch der Abt vonMuri hat sich von Klingenberg eingestellt. Ihm geltendie Reverenzen weltlicher Herren, benachbarter Edelleuteund anderer Honoratioren, die zum Feste geladenwaren. Und festlich sieht es in diesem hellen und weitenSaale aus, wo auf Tisch und Büffet alles prangt,was die Geheimkammer an Ehrenstücken und sonstigemPrunke verwahrt. Froh wie dieses Gefunkcl ist derAusblick, der sich aus dem Saale öffnet. Am Fußedes Klosters liegt der Garten, wo einzelne Patresbrevierend oder plaudernd sich zwischen den künstlichzugeschnittenen Hecken und Bäumen ergehen. Es istein Bild des Behagens, des rechten Rekreationsfriedens,den Sankt Bernhards Jünger im Angesichte sonnigerPracht und Weite genießen.

Wie Herder», so ist auch das unsern über demNordhang des Seerückens gelegene Liebensels St. Ur-banisches Besitztum gewesen. Bis in die Vierziger Jahrehat dieses Schlößchen mit allen Reizen seiner alter-tümlichen Außenerscheinung und innern Ausstattungbestanden. Was letztere zu bedeuten hatte, geht auseinem Berichte hervor, der schon ein halbes Jahrhun-dert früher verfaßt worden ist. Anläßlich einer Huldi-gungsrcise, welche der Abt von St. Urban im JahrI7S2 unternahm, wird ausdrücklich gemeldet, wie diezwei Herren Prälaten der Abt von Rheinau hattesich cingefundcn mit ganzem Komitatdieses altemit vielen Antiquitäten prangende Schloß" undseineunterirdische Kunstgewölbe höchst vergnügt besichtiget"haben.

Nun sind wir in der Pfassengasse angelangt, woam freundlichen Gestade von Mammern der Statt-