Maßgabe der Zeit allen Forderungen einer edlen Popu-larität entsprach, aber vergebens wird man auch hier,so weit dies die von Pupikoser und von Mörikoscr ge-lieferten Beiträge betrifft, nach einer Beschreibung for-schen, die nur etwelchen Ersatz für so manche seit-her untergegangene Anlage und Einrichtung böte. Umsoausgiebiger wird neben dem Abriß der Geschichte mit-geteilt, was an Fabeln, Anekdoten und poetischenErgüssen beizubringen war.
Es soll damit kein Vorwurf gegen die alten Herrenerhoben werde». Als Geschichtsschreiber haben sie ihrBestes gethan und über andere Dinge nur deshalbgeschwiegen, weil es sür deren Erkenntnis und Be-schreibung noch an Wissenschaft und System gebrach. DasInteresse sür den monumentalen Nachlaß des Mittel-alters war damals eben erst lm Erwachen begriffen.
Andere Bedingungen kamen der Folgezeit zu guteund doch muß gesagt werden, daß auch die neue Litte-ratur zwar historische und topographische Wegleitung,aber keine anderweitigen Hilfsmittel zur Kenntnis derKunstschätze und Altertümer enthält. In seinen „Gottes-häusern der Schweiz" hat Arnold Nüscheler alles ge-bucht, was zur Geschichte gehört; was sonst verlautet,ist, daß dieser Chor „nennenswert" und ein anderer „er-wähnenswert" sei. Woraus diese bynttwta. ornunCa. sichstützen, wird nicht gesagt und selbst die nähere Bezeich-nung „gothisch " trifft keineswegs in jedem Falle zu.Nicht Eine zuverlässige oder auch nur einigermaßennähere Monumeutalbeschreibung ist in Kuhns verdienst-voller 'I'üur^ovis. suoru zu finden und gleiches giltvon den Auszeichnungen, welche in den thurgauischcn„Beiträgen" über die Burgen veröffentlicht sind. Indieser Serie, die jetzt 84 Hefte umfaßt, ist der Planeines einzigen Schlosses enthalten, derjenige von Hohen-klingen, das also nicht einmal im Thurgau steht.
Nicht besser verhält es sich mit den Abbildungenüberhaupt. Architektonische Aufnahmen giebt es keine.