sich durch spätgotische Chöre ausgezeichnet; aber ammeisten ist wohl der Abgang derjenigen oou Wäugizu beklagen, wo das Gebälk der Empore die Wappendes Comthurs von Tobet und benachbarter Edelleuteschmückte», Malereien die Wände und Glasscheibendie Fenster zierten.
Nun der Untergang dieser Monumente war durchdie Natur der Dinge geboten. Wo der Zndrang derGläubigen sich mehrt, ist ihren Bedürfnissen Rechnungzu tragen und dem grösser» Neubau hat das alte Kirch-lein, wie ehrwürdig sein Aussehen und seine Geschichtesind, ohne weiteres zu weichen. So ist es von jehergewesen und unumschränkt sollen Zeitgeschmack undRücksicht aus die zur Verfügung stehenden Mittel indiesem Falle über die Form der Anlage und Schmuckgebieten. Anders verhält es sich, wo lediglich Restau-rationsprojekte in Frage komme». Hier verstehen wir,daß vor 30 und 60 Jahren auch Hiebei kein anderesGebot, als das des individuellen oder lokale» Ge-schmackes die Art der Ausführung bestimmte.
Davon wissen die Kirchen von Dießenhofen undBischosszell zu berichten, jene, die in den dreißigerJahren so gründlich purficiert worden ist, daß öderund lederner kein Gotteshaus gedacht werden kann, wäh-rend hier von 1864 bis 1865 so ziemlich alles geschah,was dazu gehört, um eine mittelalterliche Anlage ihreroriginalen Reize zu entkleiden.
Heute sollte man glauben, daß über das Wie undWas viel gründlicher Rat gehalten würde, denn ein er-weitertes Wissen stellt auch eine größere Bestimmtheitder Forderungen und Verpflichtungen auf. Wir füh-len, was wir einem Bauwerk schulden, mit dem sichdie Erinnerungen an eine Jahrhunderte alte Geschichteverknüpfen; wir sind im stände, die Besonderheiten seinerAnlage, wie die Einzelheiten zu würdigen, deren Wertunter Umständen ein einzigartiger ist. Wir kennen dieBedeutung, welche gewisse Zierden für die Lokalgeschichte