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Streifzüge im Thurgau : Vortrag gehalten in der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich am 22. Februar 1896 / von J. R. Rahn
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gruben verwandelt worden, und das noch gegen Ent-gelt von Erbstücken, die. wenn es gut ging, ihren Wegin eine öffentliche Sammlung gesunden haben. Waswohl die Stifter dazu sagen würden, wen» sie sehenmüßten, wie ihre Wappen aus den Fenstern nnd ihreSchilde von den Gräbern genommen werden, um ausdem Erlöse von Antiquitäten die Mittel zur Befriedi-gung eines so infamen Geschmacks heraus zuschlagen. Unglaubliches wird auch in Polycbromie ge-leistet. An Stelle der milden Farben und des unver-gleichlichen Sänmmers, den die Jahrhunderte aus ehr-liche Barokaltäre und ihren Zierat malten, muss einefrischeFassung" her; wo vollends Neues erdacht undgepinselt wird, da mögen die Himmlischen sich des er-barmen. Daß Ordnungssinn und Reinlichkeit in Bau-sachen am Platte sind. wird niemand bestreiten; aberes kann auch darin des Guten zu viel verlangt undverrichtet werden. Altes Mauerwerk, das noch unlängstzu Tage trat, ist unter der Tünche oder dem Bescn-wurs verschwunden und infolgedessen auf lange hinausdie Unterscheidung der einzelnen Bauepochen unmöglichgeworden. Ueberreste von Wandgemälden, die, ohneAnstoß zu erregen, aus dem Putze hätten ausgespartwerden können, hat man überweißeln lassen und wenighätte gesehlt, daß dasselbe Schicksal auch den Schall-töpsen im Chöre von Oberkirch bei Frauenfeld wider-fahren wäre; nur eine Gruppe derselben konnte durcheine im letzten Augenblick getroffene Versügung sicht-bar erhalten werden.

Ein Mißgeschick sondergleichen hat über den Grab-mälern gewaltet. Dasjenige eines Bußnang von 4306,dessen Nüscheler noch 1867 in der Kirche von Wuppenaugedenkt, ist verschwunden; die von Bürglen , darunterein solches von eminent historischem Wert, der Grab-stein des Freiherr» Ulrich von Hohensax und ein anderervon 1323 wurden anläßlich einer 1869 vorgenommenenRestauration" entfernt; jetzt sind sie aus Altenklingen