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Streifzüge im Thurgau : Vortrag gehalten in der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich am 22. Februar 1896 / von J. R. Rahn
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16
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über dem linke» Nhcinufer liegt, ist einer der trau-lichsten Sitze, die man sich denken kann; ganz imGrün verborgen, ans dem mir Teile alter Mauernund der rote Dachreiter schimmern. Lautlos ziehtder helle Strom vorbei, aus den Hohenklingen, alseine der stolzesten und besterhaltcnen Besten, hcrunter-schaut. Man muss hier im Maien rasten, wenn rings-um der Mütenschnec auf hellgrünen Kronen wogtund die Mittagsglockcn in dem Summen der Bienenverhallen. Das rult einer Stimmung, die uns überJahrhunderte zurück in den Gottcssrieden einer traum-haften Klosterruhc versetzt. Im Jahre 1862 habe ichzum ersten Male vorgesprochen und ein Stück dessüdlichen Krenzgangflügels mit seinen romanischenBogenstellungen gezeichnet. Zehn Jahre später wardieser Teil gefallen, das Kirchlein dagegen hatte mitAusnahme des nördlichen Nebenschisfes so bestanden,daß eine Rekonstruktion der ursprünglichen Anlagewohl möglich ivar. Selbst ihre mittelalterliche Nanten-verglasung, diese überaus seltene Einrichtung, hatteneinzelne Hochfcnstcr bewahrt. Es bat mich seither immerdorthin gezogen, aber es mußte einem Schüler über-lassen werden, die längst erwünschte Ausnahme zu be-sorgen. Im Jahre 189 » hat sich Herr Architekt OttoPfleghard dieser Ausgabe unterzogen und seinem Stifteist das Bild des Kirchleins zu verdanken, wie es vorder bals darauf erfolgtenVerschönerung" bestand.Ein jenseits des Oceans reich gewordener Bürger vonWagenhansen hat sie 1892 so besorgen lassen, wie esamerikanischer Gründlichkeit und amerikanischem Ge-schmacke entsprach. Von tadelloser Güte ist die licht-braune Oelfnrbe, die au den Wänden glänzt, jede Er-scheinung beseitigt, die als bauliche Unregelmäßigkeitgedeutet werde» mochte und ein westlicher Zugang ge-schaffen, der allen Forderungen einfacher Praxis ent-spricht. Aber gerade dort hatten Ueberreste bestanden,die dem Kirchlein seinen besondern Wert verliehen,