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Streifzüge im Thurgau : Vortrag gehalten in der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich am 22. Februar 1896 / von J. R. Rahn
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denn sie liehen nuf das ehemalige Vorhandensein einerAnlage schlichen, die so oft an romanischen Benedik-tiner - oder Cluniacenserkirchcn wiederkehrt, einer zwei-geschoßigen Vorhalle, die oben mit drei Pfeilcrarkadcnnach dem Hauptschisic offen stand. Die Ansätze desuntern Bogens und die Pilasler der obern Arkaden hatnoch Pfleghard verzeichnet, nun sind sie abgeschrotet,wie die Dcckgcsimse der Pfeiler, welche die Bogenreihedes nördliche» Seitenschiffes trugen.

Wohl kein Geschlecht hat sich rühriger als dasunserige um den Nachlnh alter Zeiten umgethan unddoch ist Jahr für Jahr über Verlust und Ruin zuklagen, denn Forschen und Sammeln kommt ebennoch lange nicht dem Erhalten gleich. Mögen unsereMuseen vor Gross- und Kleinkram bersten, mögenMappen und Bände mit Bild und Schrift sich füllen,das hindert nicht, das; ein unseliges Geschick über unse-ren Baudenkmälern waltet und zwar je grausamer,je gröher der Eiier zum Retten und Bessern ist.

Nun frage man, warum wir trotzdem so freudigstreiften? Da ist es zunächst das Land, das so vielReizvolles bietet. Meistens freilich wird der Schnell-zug gewählt, der eine Strecke durcheilt, aus der wirliebliche Weite, aber nichts von vem gewahren, wasdem Alltagsbegriff von landschaftlicher Schönheit ent-spricht. Lange grüne Rücken schließen hüben und drübenmit unbestimmten Formen und trägen Linien dieFerne ab. Wenige Punkte: der ehrwürdige Turm vonFrauenfeld und das helle Städtchen, ein gotischesChörlein, das wir im Fluge erspähen, ein fernesSchlößchen, ein gebrochener Turm und dann nochBürgien vermögen unsere Aufmerksamkeit zu fesseln.Das rechte Ziel scheint erst zu winken, wo sich derObstwald nach dem Bodensee mit seiner duftig blauenFläche lichtet. Es ist schön, an diesem Gestade zuweilen und reiche Beute liest sich aus der langenPeripherie am See und Rhein zusammen; allein, wer