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l. Tag.
Äefikon-Bern.
Am 15. Juli, abends '/-? Uhr, wird abgereist: als»wards im Rate der Weiseste» (nicht Feistesten) unseres Choresbeschlossen und ohne Widerrede von den Andern angenommen.Die lange Sceschlange — denn einer solchen gleichen die un-zähligen Versammlungen, die dieses Punktes wegen gehaltenwerden musttcn — hatte endlich eine Frucht gezeitigt, nämlicheinen allerseits gutgeheißenen Reiseplan und dessen baldige Aus-führung.
Der Tag nach der feuchtfröhlichen „Heirinacht" wurde nochbenutzt, um dutzcnde von „Stieraugcn" zu verdauen, Reisesäckcund Proviant einzukaufen und vergeblich aus die schönen Reise-hüte zu warten. Zum Glück gelang es dem stets väterlichbesorgten Vorstand, eine andere Kopfbedeckung in Form vonmeisten „Naphtalihüten" zu erobern.
Strahlend brach der Morgen des Reisetages an und jedesTouristen Herz „wackelte vor Freuden, wie ein wildes Schweinim Sacke." Alles blickte mit frohen Gefühlen dem verheißungs-vollen Abend entgegen. Mittags musterte jeder nochmals kritischenBlicks den Mundvorrat und das wenige Gepäck; entkorkte noch-mals mit schmunzelndem Gesicht seine Kirschslasche und prüfte,ob der Branntewein sein Feuer noch bewahrt habe. Unter solchenVorbereitungen nahte die Scheidestundc und aus allen Himmels-gegenden schwirrten die Reisenden dem „Frcihof" zu, um nachherim Bereinslokal die vielversprechenden „grünen Büchlein" inEmpfang zu nehmen und sich von zarter Hand an die blumen-geschmückten Hüte ein Tannzweiglcin befestigen zu lassen, zumAngedenken an die „trauernden Hinterlassenen." Begeistert klangdann das Lied: „In die Alpen hinein, in das herrliche Land",durchs Dörfchen und dann gings los! — Strammen Schrittesunter den Klängen des berühmten „Lcbcnslanfes" wurde Kefikon