verlassen. Wie manche Thräne »ach heimlich zerdrückt wurdevan den Zurückgelassenen, kannten wir nicht ermessen, sondernsangen: „drum kiimm'r ich mich nichts drum, huida" und manchersagte sich im innersten Herzen: „Andere Städtchen, andereMädchen! Umschwärmt von der hoffnungsvollen Jugend mar-schierten wir, 17 Mann hoch, leuchtenden Blicks und im Vor-gesühl unserer großen Thaten der nahen Station zu. Einigefröhliche Weisen verkürzten die Zeit bis zur Abfahrt, währendeinige ausgetrocknete Lebern „im Schatten kühler Dcnkungsart"Labung suchten und nachher triumphierend geraubte Nelken aus-teilten. Endlich konnten wir verladen werden und unter Hurrah-gcschrei und Jauchzen dampfte der Zug ab uns den Bergennäher führend.
äch will hier Niemand beleidigen, indem ich alle Stationenwiedergebe, als kennte keiner die zu durchführende Gegend unddeßwegen lassen wir den Zug stillschweigend davonsauscn. In-teressant war aber die Beobachtung der Gesichtszügc von Vielen.Schaute einer ins Freie, so bekam er ein runzliges Gesicht unddas war nicht zum Verwundern, denn grauweiße Fedcrwolkenlegten sich auf den arzurncn Hintergrund. Bald stiegen vomWesten dunkle Gewitterwolken auf und als gar noch einer mel-dete: „De Barometer ist abe gheit" wurden die Augen großund die Frontseite des Kopfes bedenklich laug und mancherbrummte in seinen zukünftigen Bart: „Ehaibe schad." Dochwas nützte das Kopfhängeu: schon um der Leute willeu durftedas nicht sein; denn nichts ist eckliger als eine sauertöpfischeReisegesellschaft. „Aene umc hei" konnten wir auch nicht gutund darum machte jeder gute Miene zum bösen Spiel. Unter-dessen nahte sich der Zug der Hauptstadt und es nimmt michnicht wunder, daß es so schnell ging; denn wer wollte bei soviel Gesang nicht rasch vorwärts kommen. Unaufhörlich er-klangen unsere Weisen, wir sangen von Lenz und Liebe, vonFreiheit, Vaterland und Wein. Eines Ocrlikcrbürgers Herz ward