nisse dieser Kerfen anzustellen, weil die zunächstliegendonVorsiehts- und Bekämpfungsmaßregeln alle verfügbare Zeitabsorbierten; trotzdem sind bei der stock weisen Untersuchungeinige nennenswerte Erscheinungen beobachtet worden, welcheden bisherigen Anschauungen Uber das Treiben der Phylloxerawidersprechen.
Schon vor Beginn der Sommerarbeiten konnte die inter-essante Wahrnehmung gemacht werden, daß sich in derNähe des Waldes sowohl wie einzelstehendor Gebüsche,Bäume etc. die ältesten und ausgeprägtesten Reblausbeckenvorfanden. In dem Rebstück Ammanns von Wittenweil z. B.war es ein Haselstrauch, der, isoliert an einer Halde dichtneben den Reben stehend, offenbar zum Ausgangspunkt derInfektion gewählt wurde; denn in einem großen Halbkreisum ihn her waren in der bekannten Stufenfolge die Wein-stöcke infiziert, so daß das Gebüsch faktisch den Mittelpunktdes Herdes repräsentierte. In einer vom übrigen Reben-areal getrennt liegenden Parzelle des Tobelhofes ferner lehntesich das Becken in ganz ähnlicher Weise an eine großeBirke, die in unleugbarer Beziehung zu der dort erfolgtenInfektion stund. — Solche Erfahrungen wurden sehr oft ge-macht und bewirkten, daß sich in der Folge das Auge desExperten unwillkürlich zuerst auf den nahen Waldesrandoder vereinzelte höhere Pflanzen richtete, von wo alles Unheilauszugehen schien. Mit einer mechanischen Verschleppungder Wurzellaus durch Menschen und Tiere können solcheErscheinungen unmöglich Zusammenhängen; hier mußte mitder geflügelten Form der Phylloxera gerechnet werden undzwar als einem sehr wesentlichen Faktor.
Im Verlaufe der stockweisen Untersuchungen, die am12. Juli ihren Anfang nahmen, wurde diese Vermutung be-stätigt und zwar zunächst dadurch, daß Tausende von Nymphenauftraten. Schon im Anfänge des August erschienen sie insolchen Mengen, daß ein, allerdings sehr sorgfältiger, Arbeiter,ohne zuvor irgend welche Ahnung von der Existenz der-artiger Entwicklungsformen zu haben, zahlreiche mit Flügel-stummeln versehene Tiere mit der Bemerkung brachte: „Esist mir hier eine besondere Art 1 ) der Reblaus aufgefallen.“
’) Die Nymphen sind bekanntlich schlanker als die eierlegendenWurzelläiise (Muttertiere).