Buch 
Bericht des Kampfgerichtes über die Leistungen am 55. Thurgauischen Kantonal-Gesangfest in Kreuzlingen den 5. und 6. Juni 1904
Entstehung
Seite
28
JPEG-Download
 

28

9. Männcrchor Schweizcrbunü Neudorf-St. Fideu.Hütt-

chen so traut" von I. Pache. 9^ Punkte.

9. Lorbeerkranz.

Auch hier klangen die Triolen durchweg undeutlichund der sonst zierliche Vortrag war gar zu jungfräulich, zusüßlich, wozu das Liedchen allerdings geradezu herausfordert.Den vereinten Bemühungen des 1. Tenors (Seite 3, Takt2 und 3) und des 1. Basses gelang es, die Jntonations-lage nach A-ckur hinaufzutreiben. Tonbildung und Aus-sprache verdienen volles Lob, nur sollten die Konsonantennoch schärfer gesprochen werden.

10. MannerchorFrohsinnKiisnacht.TurmwartsMinne"

von W. Decker. 12 Punkte. 1. Eichenkranz.

Die harmonische Reinheit war in der 1. Strophe be-friedigend, wurde aber in der 2. fast unerträglich, waralso keine Reinheit mehr und auch der 3. fehlte nochviel zur Vollkommenheit. Bezüglich der Auffassung warder Anfang am besten, allein beim Poes ril. auf der 2. Zeileder Seite 5 verfiel man in's Affektierte und gleich nachhernahm man im 3. Verse das plu nrosso zu schnell. DasElslein" am Ende der vorletzten Zeile klang weinerlichund der vorhergehende Triolengang im 1. Baß war über-stürzt und undeutlich. Der Verein muß noch sehr auf dieVeredlung der Vokale bedacht sein.

11. Badenia Konstanz.Morgen im Wald" von Fr.

Hegar. 13 Punkte. 2. Eichenkranz.

Das Tempo war so überhastet, als ob der Chor mitüberschrieben wäre; die Noten purzelten an vielenStellen so übereinander, daß von Rhythmus nicht mehrviel zu erkennen war. Unten auf Seite 3 geriet man zurAbwechslung einmal in süßes Schmachten, um gleich nach-her wieder im rasendsten Galopp davonzusausen. Bei diesemWettrennen wurden die Endsilben meist verschluckt, aberalles Eilen konnte das Sinken der Intonation um einenhalben Ton nicht verhüten, woran besonders der häufigzu tief singende 1. Tenor schuld war.