Buch 
Der Familienname des Petrus Dasypodius / / von G. Büeler
Seite
3
JPEG-Download
 

des Petrus Dasypodius 3

lassen zustellen, wem ir meinend billich gehören, mit vertrurvterHoffnung, ihr werdend mir üwerm uerhayssen nach hierinnen nützunbillichs erzeugen, vorab so under üch noch etlich und sundermin Her Landschryber gut müssen tragen wies vorhin zwischendim und mir auch ist getaylt. Söllichs günstigen lieben Heren wilich gebeten han üwer Wytzhait wel guöttlichen uf nän von mirund minem Begeren nach und guotvertruwen gegen üch in dyserSach zum allerbaldesten Handlen, wo ich dann kann mit mimarmen Dienst gegen üch allen und jedem besunders beschulden, wilich als ir müssend spüren nit sümig syn. Ich han nüt mögenmüssen, wenns üch fuoglich wär gsyn oder wen ihr ratd würdenhan und damit ich üch nit müetzte Helgen, hab ich mim Bruderbist geschrift geben, das; er in minem Namen üwer Wytzhait disanzaygte und da üwer Antwurt wartete, süst wär ich selber kummen.Gott well üch und mich allzyt in syner Huot haben. Datum uffSant Margreten Tag im dusent fünfhundert und syben undzwayntzigsten Jar.

Peter Hasenfratz üwer Bürger und williger.

AIs ich nun diesen Brief des Peter Hasenfratz mit denim Zürcher Staatsarchiv befindlichen Briefen des Dasypodiusan Zwingli und BuIIinger verglich, wurde mir klar, daß ervon der gleichen Person geschrieben war. Der Umstand zwar,daß der Bries von Frauenfeld in deutscher, alle übrigen Briefedes Dasypodius in lateinischer Schrift geschrieben sind, er-schwert die Vergleichung, weil z. B. die großen Buchstabenin den lateinischen Briefen ganz selten vorkommen. Immerhinergibt sich aus einer Vergleichung der Schrift (s. Tafel 9, Nr. 1,2),daß in der Unterschrift Peter und Petrus , ferner die Konso-nanten h, I, r, b, n und m und die Vokale a, o, e, u und iübereinstimmen, während andere Buchstaben z. V. g, d, v, sganz verschieden sind. Aus der Vergleichung des S in Söllichsund des S im Wort Sant kann man schließen, daß schon1527 die deutsche und lateinische Schrift von Hasenfratz ver-schieden war. Es muß zugegeben werden, daß der Charakterder beiden Schriften nicht ganz übereinstimmt. Die lateinischenBriefe sind zierlicher, schöner geschrieben, vermutlich weil Dasy-podius als Gelehrter nach damaligem Brauch meistens lateinischschrieb. Es ist auch möglich, daß zwischen der Schrift desehemaligen Frauenfelder Kaplans von 1527 und derjenigendes gelehrten Schulmeisters von 1530, der sich unterdessen