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FRAUENFELDER BRUCHSTÜCKEVON FLECKS FLOIRE.
Die reste der alten hs. des Floire (so oder Floir wird mannun wol schreiben müssen), die unten zum abdruck gelangen, sindin Frauenfeld ans licht getreten, ihre auffindung ist mit freudenzu begrüfsen. denn sie sind nicht nur älter als die von Lambel( Feslschr. z. 8 allgem. deutschen Neuphilologentage, Wien 1898,s. ZI ff) edierten, 180 verse umfassenden Prager fragmente des13/14 jhs., sondern auch bedeutend umfangreicher, und stehn derzeit und spräche nach dem dichter näher, als diese. 736 verse zuver-lässigen textes werden uns durch sie in einer aus dem anfang des13 jhs. stammenden alemannischen Überlieferung geboten, weitaus diemeisten dieser verse sind glatt lesbar, nur der allerkleinste teil der-selben blofs in resten erhalten, man wird wert und Charakter derbeiden einzigen hss. des gedicktes, nach denen Sommer seinen texthergestellt hat, nun erst beurteilen können.
Herr pfarrer Franz Lötscher zu Frauenfeld machte vor einigerzeit meinen collegen prof. dr Albert Büchi darauf aufmerksam,dass die blätter des pergamentumschlags eines rodels, den dasFrauenfelder katholische pfarrarchiv verwahrt, mit altdeutschenversen beschrieben seien. Büchi machte mir darüber mitteilung.die Zugehörigkeit des textes zu Flecks gedieht war bald erkannt,durch die freundliche Vermittlung Büchis, der mir seinen fund zurpublication und wissenschaftlichen Verwertung bereitwilligst ablrat,und durch die überaus dankenswerte güte des hochwürdigen hrnFranz Lötscher, stadtpfarrers zu Frauenfeld , wurde mir die hs.für wochen zu bequemer benützung in meiner wohnung über-lassen. beiden herren sprech ich hier aufrichtigen dank aus.
Zunächst einige warte über den rodel, der von unsern Floire-blättern umschlossen ist. er betitelt sich im rubrum zu anfangder ersten seite selbst: Rodel. Dis fint die gül s vnd die czins dieich her Niclaus Rüdg s voo Meffkilch 1 priell s geben vnd geordnethan an die mivven phründ zü d s obernkilchen 2 . der rodel besteht auszwei lagen pergamentblätter länglichen folios: 39,5 cm lang undnur 9 cm breit, die erste läge, 8 blätter (bezw. 4 doppelblätter),ist zum gröfsern teil von einer hand des 14 jhs. geschrieben undverzeichnet die Zuwendungen an die pfründe. diese auf Zeichnungen
1 im würllembergischen, 2 bei Frauenfeld .
Z. F. D. A. XLVil. N. F. XXXV. 11
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