49
Obstbäumo und der Früchte ausübt. Es wird das von denMitarbeitern sehr häutig betont, und zeigt sich auch ander-wärts, so z. B. auf der Rauhen Alb in Württemberg, wo stellen-weise trotz der verhältnismäßig nicht allzu bedeutenden Höheüber Meer keine Obstbäume gedeihen wollen, hauptsächlichder heftigen Winden ausgesetzten Lage wegen.
Es ist schwierig, diesen ungünstigen Einfluß starker Windeauf das Gedeihen der Obstbäume genügend zu erklären. Dochdürfte, da nun einmal festgestellt ist, daß die Obstbaumblütenselten durch Selbstbestäubung zur Fruchtbarkeit gelangen, derUmstand nicht unbedeutend hier mitwirken, daß der Wind undnamentlich starker Wind zurzeit der Blüte dem Insektenflughinderlich ist.
Wieweit die starke Bewegung der Blätter und Zweigebei anhaltenden stärkeren Luftströmungen die Zirkulation desXahrungssaftes hindert und die Wasserverdunstung der Blättervermehrt, könnte wohl nur schwierig festzustellen sein. Tat-sache ist, daß starke Windströmungen im Frühjahr die jungenBlätter schädigen und deren Entwicklung zeitweise hemmen.
Das Hin- und Herbewegen des Stammes und damit derWurzelkrone durch heftige Winde ist jedenfalls nur bei jungenBäumen schädlich, namentlich wenn solche an den Pfählenmangelhaft befestigt sind und kommt in unsern durchschnitt-lich schweren Böden sicherlich nach einer kurzen Reihe vonJahren zum Stillstand.
Manche Sorten sind auch an windigen Lagen dem Ab-werfen der Früchte stark ausgesetzt und verlangen schon des-halb, wie z. B. die Knollbirne, eine windgeschützte Lage.
Außer allgemein windiger Lage wird am meisten Ost-nordost), dann West- und Südwind als schadenbringend fürdie Bäume bezeichnet und die sogenannten Talziige. Dieseletztem bilden sich in engen Tälern oder Tälehen, wenndiese der Richtung des vorherrschenden Windes der Gegendentsprechen. Der an und für sich vielleicht nicht sehr starkeLuftzug wird dann durch die Seitenwände des Tales zu-sammengepreßt und dadurch viel heftiger in seiner Wirkung.Aehnlich wie der Föhn, eine an und für sich starke Luft-strömung, in unsern engen Alpentälern, zusammengepreßt,zum rasenden Sturmwind wird.
4