50
Schon am Ende des 18. Jahrhunderts wurde in einerBroschüre, betitelt: „Gespräche eines Landmanns mit seinemSohn“ darauf hingewiesen, daß der Föhn unschuldig sei andem Verderben der Blüten. Die fast plötzlich, scheinbar unterder Einwirkung des Föhns, braun gewordenen Blüten wareneben schon vorher durch den Fraß der Made des Apfelblüten-stechers welk geworden und dörrten dann unter dem Hauchedes Föhnwindes rasch ab.
Dieser Irrtum, daß der Föhn dies Absterben bewirke,ist heute noch stark verbreitet, und wurde auch in unserenAntworten einigemale angeführt.
Neueste Untersuchungen haben indes gezeigt, daß derFöhn nicht nur das Verdorren der durch den Apfelblüten-stecher bereits welk gewordenen Blüten verursacht, sonderndaß er auch direkt und allein die Blüten schädigt, indem erdie Feuchtigkeit der Narben auftrocknet und damit die Be-fruchtung durch Blütenstaub hindert. Dem unbewaffneten Augeist indes nur die erstere Art der Schädigung sichtbar.
Schwer, sehr schwer manchenorts, ist unser Kulturboden,die Scholle auch schwer zu bearbeiten. Dagegen ist die ivasser-haltende Kraft desselben auch sehr groß. Die atmosphärischenNiederschläge haften viel länger darin, und da der Obstbaumnotwendig der Feuchtigkeit bedarf, so ist auch sein Gedeihenin diesem Boden durchschnittlich ein sehr gesundes und kräf-tigeres als in leichtem, sandigem Boden, der freilich der Be-arbeitung weniger Hindernisse entgegensetzt, aber öfteresDüngen und manchmal auch Bewässerung verlangt in trockenerJahreszeit.
V.
Zu Frage 4
Saft aus einer Sorte
bemerkt einer unserer Mitarbeiter: „Die Geschmäcker sind ver-schieden“, und ein anderer pflichtet ihm bei mit einer ähn-lichen Aeußerung.
Das scheint nun auch wirklich der Fall zu sein, dennes werden nicht weniger als 57 Sorten Aepfel und 33 SortenBirnen als zu diesem Zwecke geeignet aufgeführt.