I.
Zu Ende August 1880 gab ein Familienfest in Winter-thur dem Dr. A. Roth in Basel die fröhliche Veranlassung,die Ostschweiz wieder einmal zu besuchen. Einige ge-müthliche Stunden brachte er in Frauenfeld zu, im Kreiseuon Freunden und Fachgenossen. Dann kehrte er in Zürichein und wohnte den 23. August dem schweizerischen Wett-rennen auf der Wollishofer Allmend bei; er hatte allezeitFreude an edlem Turnier und schrieb noch den Berichtüber das Wettrennen mit so frischer Feder wie je in seine„Grenzpost", die in Nr. 201/2 diese letzte Arbeit von ihmbrachte. Obwohl bereits etwas fieberig, verkehrte er dochgern in Freundeskreisen, wo unter anderm auch die Frageberührt wurde, wie den gemeinschädlichen Wirkungen einerschlechten Presse entgegen getreten werden könne, ohne dasPrinzip der Preßfreiheit zu beeinträchtigen: eine Frage,zu der gewiß Anlaß genug geboten ist, die aber überallleichter auszuwerfen als zu beantworten sein wird. Dr.Roth hielt das vermeintliche Katarrhfieber für weggeschwitzt,die Cigarre schmeckte ihn: wieder, und nachdem er nochBeethovens Ouvertüren zu Fidelio sowie die Egmont-Mustkaus dem Klavier hatte erklingen lassen, zog er von bannen,dem Bodensee nnd seiner alten Heimat zu. Doch schonin Kreuzlingen packte ihn das Fieber stärker an, so daßer in familiärem Begleite alsbald nach Basel heimkehrte.