§4
vierte Betrachtung.
er sein Blut zur Vergebung der Sünden ver-gießen werde. Und seine Apostel sagen uns:Gott habe ihn, der von keiner Sünde wußte,für uns zum Sündopfcr gemacht, damit wirdurch ihn erlangen möchten die Gerechtigkeit,die vor Gott gilt. Jesus habe sich dargegebenfür uns zur iKabe und Opfer; er habe'sich füruns gegeben zur Erlösung. Hier ist nun vollerAufschluß; nun wird uns alles klar. Er solltein diesen bangen Stunden alles empfinden, allesdulden, was er als ein Opfer für unsere Sündetragen und empfinden mußte, und wirklich truger in diesen bangen Stunden die ganze Last derSünden als das Lamm Gottes. Er fühlte umder Menschen willen Beängstigungen, wie ster-bende Sünder fie fühlen in unendlich verstärktemMaaße. Daher hatte sein Tod eine Bitterkeit,wie fie noch kein Mensch gefühlt hat, kein Menschje schmecken wird. — Daher hat kein Sterben-der je einen solchen Todeskampf aekämpfet, keinMärtyrer der ersten Christenwelt ein so vollesMaas von Todesqualen in der letzten entscheiden-den Stunde getrunken. Daher das Klaggeschrey:mein Gott! mein Gott! wie sehr hast du michverlassen! —
Die Leiden Jesu Christi waren mithin versöh-nende Leiden, er litt und starb zur Genugthuungfür die Welt, das predigt uns seine Klage vomKreuze: mein Gott, mein Gott, wie sehr hastdu mich verlassen! laut. —
Und wohl uns, daß wir dieses wissen. Nunkann unsere Missethat sichere Vergebung fin-den. Wir können, da Christus so empfindlichfür fie mit aller Geduld als unser Stellvertretterlitte, allen traurigen Folgen entgehen, wenn wir
uns