Kezerei, (oder Gozinianismus) wenn man Gottnicht nach seinem Wesen, sondern nur snach seinerKraft sä» allgegenwärtig erklärt. Widrigenfallsmüßte man der Kezerei auch die Reformatoren,auch die leiste Frage unsers lateinische» Katechis-mus, auch die XXVIlste des heidclberqischen derKezerei beschuldigen. Ob Gott auch ausser der Weltsey? Hierauf dienet zur Antwort: Ueber alle Ge-schöpfe erstreit sich seine Gegenwart, (d. i. seineKenntniß und Wirkung.) Wo keine Geschöpfe lind,da ist keine Gegenwart. Gegenwart nämlich beziehtsich auf zwei Dinge, auf eines neben dem andern.Wenn ausser Gott kein Geschöpf da ist, so sind zweiDinge da. Don Ewigkeit her war er in sich selbst,und vor der Erschafung ausser ihm nichts, auch keinRaum. Daß er in keinem Orte sey, sagen mit kla-ren Worte» Augustin, Klemens von Alerandrien,Lheodoret, Chrysostom , Damaseenus n. a. DieMeinung ist, Gott sey nirgendwo räumlich, leib-sicher Weise. Gott erfüllt alles, als wirkende Ur-fache, durch Erhaltung der Dinge, hicmit uneigent-sich und metaphorisch, nicht buchstäblich durch räum-liche Gegenwart, durch Ausbreitung des Wesens.Wenn auch die Geister in einem Orte sind, so sindsie doch darum nicht räumlich. Denn in einem Orteseyn, heißt: Gleiche Länge, Breite und Lief»-haben mit dem Raum oder Orte. Dies aber ist eine
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