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Kleine Sitten-Gemälde für Kinder / von J.M. Armbruster
Entstehung
Seite
70
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ger durch die Brodkrumme nur noch mehr erweckt/nicht gestillt worden war, gieng hastig darauf zu,»og vor der alten Frau, welche als die Wirthin sichankündigte, ehrerbietig die Müze ab, und fragtemit schüchterner Stimme: Ob er nichts zu essen ha-ben könne.

Die Wirthin. Warum nicht? Suppe, Fleisch,Gemüse. . . . Alles steht beym Feuer.

Rarl. Aber, gute Frau, ich habe kein Geld.

Die Wirthin. Kein Geld? Das ist schlimm!In diesem Falle habe ich auch nichts zu essen für Ihn.

Rarl. Und mich hungert so sehr! Muß ich al-so sterben, weil ich kein Geld habe?

Die Wirthin. Warum arbeitet Er nicht?Wer arbeitet, erhalt Geld.

Rarl. Aber... ich verstehe keine Arbeit.

Die Wirthin. Desto schlimmer. Wer nichtarbeitet, verdient auch nicht zu essen.

Rarl. In Gottes Namen, so muß ich ebensterben, weil mir Niemand zu essen geben will.

Thranenströme rollten ihm die Wangen herab,als er dieses sagte. Indessen erinnerte er sich, daßder Wirth in der Waldherbcrge statt Geldes eineHalsbinde rc. angenommen habe, und ängstlich frag'ie er die Alte: ob sie ihm auch für seinen Obrrrocker war von feinem Tuche kein Mittagessen geben