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Kleine Sitten-Gemälde für Kinder / von J.M. Armbruster
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stlg nahm er sie heraus, weichte sie ein in demBachlein, welches an der Strasse hinströmte, undverzehrte sie, während er mit Sehnsucht und Weh-muth an die vollen Schüsseln in seinem väterlichenHause dachte. Lange sah er so, trüben Blickes, vorsich hin. Tarro, der nicht weniger Hunger hatte,forderte inzwischen unaufhörlich, bald winselnd, baldklirrend Brod. Aber Karl gab ihm voll Mißmuths,statt seines Antheils an der Brvdkrumme, einen hef-tigen Stoß in die Seite, und gieng weiter. DerHund hingegen, der diese Behandlung nicht gewöhntwar, kehrte um, und fand glücklicherweise wiederden Weg nach Hause.

Irrt war Karl ganz allein. Seinen einzigenlezten Freund hatte er mit Füssen von sich geflossenund bald machte er die sehr richtige Bemerkung: daßer verdiene, von der ganzen Welt verlassen zu wer-den , weil er immer des Bösen viel und des Gutensehr wenig gethan habe. »Alle Lehren, alle War-nungen, alle Vorstellungen, die man ihm ehemalsüber sein Betragen und die Folgen derselben gemachthatte, giengen ihm nun nach einander durch denKopf, bis ihn der Anblick eines Dorfes in seinemNachdenken stöhrte. An dem ersten Hause, zu wel-chem er kam, war eine Tanne anfgestellt, rum Zei-chen : daß es eine Schenke sey. Karl, dessen Hun-