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Kleine Sitten-Gemälde für Kinder / von J.M. Armbruster
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blatten Wangen herab, um Gottes willen, einenBissen Brod, daß meine Mutter nicht Hungers sterbe!Zehenmal wicderhohlte sie diese Bitte mit wehmüthi-gem Tone, als endlich ein Mann in einem seidenenKleide heraustrat, seinen Stock emporhob und diearmen Kinder unter gräßlichen Flüchen und den pö-belhaftesten Beschimpfungen Hinwegs agte. Beschämtund erschrocken eilten sie, mit blutendem Herzen rumThore hinaus, ohne daß sie es gewagt hatten: ihreBitte an einem andern Hause zu wiederhohlen. Umden Hunger zu stillen, rissen sie an einem Kornfeldeunreife Activen ab und saugten den milchichten Saftaus denselben. Aber sie wurden davon nicht satt.Indessen quälte der Hunger sie lange nicht so sehr,als der Gedanke an ihre gute Mutter. Sie wirdsterben, sagte Lisette. Sie wird's, siel Jakob ein)und mit jhr werden auch wir sterben, weil Niemandunserer sich erbarmet. , Heftig weinten sie währenddieses Gespräches.

Die Schalten wurden allmählig länger und dieSonne neigte sich rum Untergänge, vergebens hatteJakob Stundenlang seinen erfinderischen Kopf ange-strengt, um ein Mittel zu ersinnen, wie er minde-stens für seine Mutter ein Stückchen Brod sich ver-schaffen könnte. Kein ausführbarer Gedanke siel ihmein. Es blieb ihm.'also nichts übrig, als diMückkehr

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