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Kleine Sitten-Gemälde für Kinder / von J.M. Armbruster
Entstehung
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123
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hin, und doch sollte man leben! doch sollte mander kranken Mutter pflegen! Die Lage der Kinderwar schröcklich.

4 .

Nach und nach erhohltc sich Frau Zimmermannwieder ein wenig. Jakob und Llsette giengen also,jedes ein Körbchen mit Blumen am Arme tragend,in die Stadt, voll Hoffnung, wenigstens den Preiseines Brodes zu lösen. Aber neues Unglück! Nie-mand wollte mehr Blumen kaufen. An einigen Or-ten , wo sie dieselben anboten, wies man sie sogarmit einiger Harte ab. Jakob, der den Muth nochnicht verlohr, ergriff nun ein anderes Mittel, dasihm Geld bringen sollte. Er sang auf der Strasse?1n rührendes Lied, das seine Mutter ihn gelehrthatte, mit so vieler Anmuth, daß schnell ein Kreisvon Kindern und jungen Leuten sich versammelte,und aufmerksam dem kleinen Sänger zuhörte. Aberkaum hatte er zu singen aufgehört, als die Umste'henden sich verlohren, ohne ihm auch nur einen Hellerin die vorgestreckte Hand zu legen. Jezt wußtLn diearmen Kinder nur ein Mittel noch, Brod zu erhal-len. Sie ergriffen es und klopften an der Thüre eines schönen großen Hauses an. Um Gottes willen,flehte Lisette und eine Thräne rieselte über ihre er-