Buch 
Handbuch der Christlichen Lehre, oder die wichtigsten Wahrheiten, Lehren und Pflichten des Christenthums : in alphabetischer Ordnung, kurz abgehandelt für Ungelehrte, besonders Landleute / herausgegeben von einem schweizerischen Gottesgelehrten
Entstehung
Seite
278
JPEG-Download
 

278

Rache. Rachsucht.

Was sie ist deiche ist die Ahndung eines empfangnen ,wählen oder vermutheten Unrechts. Die Wider-geltung des Bösen mit Bösem. Rachgier, Rach-sucht , ist die heftige Begierde Räch zu üben,ein empfangnes Unrecht zu ahnden und zu ver-gelten. — Die Begierde dem Nächsten weh zuthun , der uns wehgethan, den zu beleidigen deruns beleidigt hat, u. s. w. dem Feind zu schaden.

Schädlichkeit So gemein dieß Laster ist, so schändlichund Schändend schädlich ist es. Es ist von GOtt und JEsuverbotten. III. B.Mos XIX. i8. „ Du sollst dich„ nicht rächen! " Röm. XIII. y. u. f. ,, Rächet„ euch selbst nicht, ihr Geliebten." — Es ist alsohöchst unchristlich und wird von GOtt ernstlichgestraft werden. Ps. VIII. z. „ Du vertilgest den» Feind und den Rachgierigen. " — Ein Rach-süchtiger greift in die Rechte GOttes: Röm.XII.iy. „ Mir gehört die Rache, ich will es wider-„ gelten, spricht der HErr!" in die Rechte derObrigkeit Röm.XIIi.4.„Sie ist eine Rächerin»zur Strafe über den der Böses thut! " —Es ist ungerecht gegen die öffentliche Ruh undWolfahrt, gegen sich selbst und seinen Feind, erhandelt also unmenschlich und höchst grausam.„Rachgier, sagt ein englischer Prediger, kann»nur einem Teufel oder einem Menschen von

„eben