Band 
Vierter ud letzter Band.
Seite
311
JPEG-Download
 

311

bon einander, und trennt sie in entgegengesetzte Par-theyen. Ein gesellschaftlicher Zirkel aber, in den nurPersonen von gleicher Arl, von demselben Alter undGrande hineingcbannt sind, bekömmt eine Monoto-nie, eben so langweilig als in einem Garten Blumen-beete von gleicher Form und Anpflanzung. Entwederthut man auf gewisse Gesellschaften durchaus Verzicht,»der, wenn man daran Theil nehmen will, so ahmtman sie in der Art und Weise, im Anzüge, im Ge-rüche und in der Bewirthung ganz nach; unvermerktthut man noch mehr; man wetteifert in der Erhöhungdes Tones; bey jedem neuen.Besuche überrascht mandurch neue Erfiudunq; gegenseitig verleitet man sichtheils zu größeren Auswaudc/ theils zur Zersplitterungmancher kostbaren Stunde. *) Um wenigstens von ei-ner Seite, in Rücksicht auf Gcrathe und Bedienung,den eiteln Wetteifer zu schwächen, öffnete man zurVerminderung der Besuche in den Privathäusern un-ter bescheidener Pränumeratiou gemeinschaftliche Lei-sten, Lasino'S oder öffentliche Besuchzimmcr. Jegrößer und vermischter die Gesellschaft ist, desto mehrschonet Jeder den Andern, desto unbemerkter schweigtman entweder, oder desto leichter findet man rechts

*) Unvermerkt stürzt man das HauS und den Staatselbst an den Rand des Verderbens — so wenig"stenS vrophezcyte ein nicht verwerfliches Orakel,

"Condillae. (Lcmr cletuäa, Th. XVI. S. IZ6.)