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Anleitung zur Singkomposition
Entstehung
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4 Einleitung.

zu lassen, ohne den Gesang in beständigen Luftsprüngen und Cabrivlen fortzufüh-ren, und was dergleichen Charletanerien mehr find.

§.?.

Ob man müsse singen können, um Singmusik zu machen? OhneZweifel muß man singen, und zwar gut singen können, ob man gleich nicht voneinem Sing omponisten die Stimme und Fertigkeit eines Sängers von Pro-feßion fordern darf. Es ist zu dem Ende gut, wenn man in der Jugend Gele-genheit gehabt hat, geschickten Singübungen beyzuwohnen. Ich sage geschick-ten Srngübungen; denn diejenigen Herren Cantores und Chorregenten, wel-che selbst noch Unterricht gebrauchen, sind ohne Zweifel nicht die Leute, welche an-dern Unterricht geben, und tüchtige Sänger ziehen können. Weil aber auch dieguten Singstunden annoch sehr eingeschränkt zu seyn pflegen: so ist es nöthig,die Singkunst für sich selbst mit Fleiss zu treiben. Man hat die beste Gelegenheitda;u, seit der Herr Agricota das vortreffliche Werk des Herrn Tost von derSingkunst durch seine eigne Anmerkungen noch vortrefflicher gemacht, und demPublic» mitgetheilet hat. Man muß die Natur der menschlichen Stimme unddes Gesanges studiren; auf den Unterschied der Sing-und Spielmelodien Achthaben; Compositiotten von allerhand guten Meistern, geistliche und weltliche,Ada u'os und Allegros, Arien und Recitative rc. mit Verstand durchsingen, sichsolche auf dem Claviere aus der Partitur accompagnircn, auf das vorzüglichschöne in einem jeden Stücke aufmerksam werden, und sich vermittelst dieser Ue-bung, die man nicht zeitig genug anfangen kann, seinen Geschmack zu bildensuchen. Kommt ein geschicktes Naturell, eine muntre lebhafte Einbildungskraftzu dieser Smgübung hinzu; wechselt man diese mit einer Uebung im Singcom-poniren selbst unermüder ab: so kann man sich nichts anders als was gutes undvortheilhaftes versprechen.

Erstes