670 DAS SIBENDE BÜCH. Cap. III. C.
Wilhelmen von Montfort, dem apt zu Sant Gallen, zu keiser Adolfen wider Albrechtenvon Osterrich ’)•
Ülrich von Clingenberg hatt zu einem gmahel frow Margreten von Schinheim(Schinen). Diser Ülrich war anno 1298 mit sinem herren keiser Adolfen von Nassowerschlagen 2 )- Von sinen hinderen hernach.
’) So meldet auch Vadian, ed. Götzinger I, 395. Albrecht ist der Sohn des vorhin genanntenUlrich (t 1274 oder früher) u. der Constanzer Patrizierin Willeburgis (f 22. Sept. 1303), die außerihm folgende Kinder hatten: Heinrich, Ulrich, Konrad, Katharina, Margaretha, Clara. A. 1274 Aug.31 willigt Willeburgis, Wittwe Ulrichs von Clingenberg, vor Bischof Rudolf von Constanz ein,daß eine Schuppose bei Umoiller, die ihrem Manne gehört hatte und ihr als donatio propter nuptiasangewiesen worden war, gegen einen Hof zu Hünrehusen, der ihr von ihren Söhnen Heinrich, Ulrich,Albert und Konrad und ihren Töchtern Margaretha (1294 Gattin Diethelms v. Steinegg, Reg. Feldb.47) und Clara durch die Hand des Bischofs überlassen wird, dem Kl. Feldbach übergeben werde, vor-nehml. darum, daß ihre Tochter Katharina als Nonne (vielleicht identisch mit der in U. v. 1333 ge-nannten Aebtissin Katharina, Reg. Feldb. 71) Aufnahme finde, — welche Uebergabe dann auch statt-fand. Unter den Zeugen befindet sich Hainr. prepos. SStephani dict. de Clingenbercb (der Bruder desverstorbenen Ulrich), welcher im folgenden Jahre dems. Kloster auch eine Schuppose zu Unwiller u.andere Güter vermacht. Bei dieser letztem Schenkung sind Ulr., H. u. Abilinus (wohl = Albertus)de Clingenberg fratres Zeugen, u. Ulrich sigelt in aller Namen. Feldb. Reg. 31 — 33. Was Albrechtinsbesondere betrifft, so ist er 1288 mit Fridericus in Turn u. A. Zeuge in einem die Kirche in Kanne-stal prope Wirtenberch betreff. Briefe. Const. Copeibuch fol. 24. Im J. 1286 verpfändet König Rudolfden strenui viri Ulricus et Albertus de Clingenberg (sie werden in derselben Urkunde fratres genannt)mililes fideles nostri die Reichsvogtei uff den Eggen (südlich v. Constanz) für 140 Mark. Copialbuchüber die Vogtei Eggen im Stadtarch. Constanz; s. auch Thurg. Beitr. VIII, 5. A. 1294 in castrisante Gonueiti III Cal. Nov., indict. VII, regni nostri anno terlio) bestätigt König Adolf diese Verpfän-dung propter grata servitia, quae nobis strenui viri Ulricus et Albrechtus de CI. nostri dilecti impenderuntet impendere poterunt in futurum, schlägt weitere 100 Mark darauf für beide Brüder zusammen und60 Mark domino Alberto in augmentum dotis filie. Copialb. ib. p. I. Greg. Mangold erzählt: Anno1294 buivt her Älbr. v. Clingenherg, bischofs Hainr. brudtr, richsvogt 3; e Costent 3, das groß hus (z. Hecht)am Fischmarkt. Monf, Quellens. I, 149. Im J. 1297 begleitet her Albrecht von Klingenberg mit Beringernv. Landenberg u. a. den Abt Wilhelm zu König Adolf. Kuchimeister ed. Meyer v. Knonau in den St.Galler Mittheill. XVIII, pag. 265. Im J. 1296 übergibt ihm sein Bruder Bischof Heinrich seine u. desDomcapitels possessiones in Aschent^. Const. Copeib. fol. 133 in Carlsruhe. In dems. J. ist er mit seinemBruder, dem const. Domprobst Konrad, Zeuge, Feldb. Reg. 48. A. 1299 nennt ihn Bisch. Heinr .fraternoster (Oberrhein. Zeitschr. I, 141). Im J. 1299 (s. Kopp, eidg. Bünde III, 2, p. 221) und 1301 ist eradvocatus Conslantiensis. Const Copialb. I, n. 10, 76 u. ö.; auch Const. Regesten in: Bodensee-Zeitschr.IV, S. 13; St. Gail. UB. III, 313. 332. 1299 Donnerst, v. Allerh. Zürich. Her Albrecht v. Klingenberg,■vogel Kosten 3, gibt den Bürgern v. Zürich Quittung um 300 M. Silb., die sie ihm schuldig waren v. d.Steuer des röm. Königs. Das S. Albr. militis de Clingenberc ist wohl erhalten. Staatsarch. Zürich. A. 1300Cislag nach Valent, in Constanz kauft er v. Ulrich v. Clingen, den man sprach v. Twiel, d. Burg Hohen-twiei mit allem Gut, wie sie an Ulrich gekommen war von seinen Brüdern, ausgenommen die Leute amRanden um 940 M. Silb. Königl. Staatsarch. Stuttgart. A. 1301 dotiert vir discretus Albertus de Klingen-berg mil., advocat. Constant., den Altar U. L. Frauen im Münster zu Constanz. Copialb. I, n. 76. Vgl.v. Mohr II, Reg. Kreuzl. 133. Im J. 1303 verkauft Abt Heinr. v. St. Gallen an den vir strenuusAlbertus de Clingenberg miles alle Besitzungen seines Klosters zu O. u. U. Stammheim mit dem Kirchen-satz um 200 M. Silb. auf Wiederkauf. St. Gail. UB. III, 332 fT.; cf. auch 335. A. 1305 verkauftAlbrecht Thengen-Hinterburg, welches er v. Heinr. v. Thengeti gekauft hatte, an König Albrecht.Stalin III, 110; Habsb. Urbar ed. Pfeiffer p. 936. 1307 schenkt Albertus de CI. miles dem Kloster
Kreuzlingen zum Dank für multa beneficia, die ihm das Stift erwiesen, 70 M. Silb. ad fabricam, struc-turam et reaedificationem monasterii. Neugart, episc. Const. II, p. 679. Bald darauf muss er gestorbensein; denn a. 1308 nennt sich sein gleichnamiger Sohn filius quondam Alberti militis de ClingenbergConst. Copialb. V, fol. 73; s. auch S. 672 Anm. 8. — 2 ) Für diese Notiz sind uns keine Belegebekannt. Wir geben hier die urkundlichen Nachrichten über Ulrich, den Sohn Ulrichs und der Wille-burgis, den Bruder Albrechts, des Bischofs Heinrich etc., vgl. die UU. von 1274 u. 1275 in Anm. 1,
Reg. Feldb. n. 31. 32; ferner die UU. v. 1286 u. 1294 über die Vogtei Eggen ib. Ulrich wird von
König Albrecht zu politischen Missionen verwendet und zieht mit ihm in den Krieg. Im J. 1299
begleitet er seinen Bruder Bisch. Heinr. zu König Philipp dem Schönen von Frankreich (s. Ottokars
Reimchronik bei Pez, script. III, 644 ff.); er war damals österreichischer Vogt in Sigmaringen undMengen. Stalin III, 99. Im Febr. 1300 ist er mit seinen Brüdern Heinr. u. Albrecht auf dem UlmerHoftage zugegen (ib. 99 u. 100, namentl. die Anmerkung). 1301 ist er Zeuge mit seinem BruderKonrad. Feldb. Reg. 32. 1304 Jan. 22 ist er zu Wien, 1306 Herbstm. 3 mit seinem Bruder Albrecht
in Constanz. Kopp, eidgen. Bünde, III, 2, 221. Laut Urk. v. 8. Juli 1315 (St. Galler UB. III, 398)war er damals nicht mehr am Leben. Laut dem Nekrolog der Minderbrüder in Wien starb er den22. Aug. 1316 (muß heißen: 1314), während sein Sohn Heinrich, Tochtermann des ältern MarschalkHermann v. Landenberg, schon den 23. Aug. 1303 sein Leben beschlossen hatte. Vater u. Sohn sollenin dem genannten Kloster zu Wien in einem Grabe ruhen. Pez, scriptores II, 512.