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DAS SIBENDE BUCH Cap. XX. W.
DIE WINDELOCK.
Das wapen diß geschlechts der Windelocken ist us dem sigel gnommen 1 )- Obnun dises ein alt gschlecht alhie gewesen, kan ich nit sagen, dann ich schier nütvon inen funden, und will mich nit dünken 3 )- Von irem abgang find ich ouch nüt. j1340. Meister Hans Windelock, herzog Albrechts von Österrich canzler, burgeralhie 3 ), wonet zur Haselstuden im Obermarkt, das sin was 4 ). Er was ouch in disemiar ein domherr zu Costanz nebend Albrechten von Castel, Heinrichen von Steineck,Guiden von Granaten, Hermann von Stockach, Conraten Trucksässen von Diessen-hofen, Albrecht Schenken von Bienburg, Heinrichen von Eßlingen, Heinrichen vonSteineck dem iüngeren genant Küngseck. Diser herr Hans ward anno 1332 (wie 1Stumpf meldet in siner cronik im einliften capitel des fünften buchs) zu einem bi-schof zu Costanz erwelt 5 ). Er was gar kriegisch, ia mer dann nach verrnög sins
Harder, Ausz. XIV, 16. Wenn das v. Rüeger für Wolfgang v. Winkelsheim angegebene Todesjahrrichtig ist, so ist eher an einen Sohn gleichen Namens zu denken. Eine Tochter Wolfs kann diein einer für den Stadtvogt von Thiengen ausgestellten Urkunde vom 3. Okt. 1570 genannte frawCordula v. Uhu, wittib, geh. von Winkeltshaim sein. Oberrhein. Ztschr. 14, 483. 1526 Janker Marx
Schulthess wird Vetter des Abts David genannt. Vetter S. 360. — Auch in der inneren Schweiz kam einGeschlecht v. Winkel vor, z. B. 1349 Heinrich v. Winkel, Leutpriester in Kam. Geschfr., Reg. z. Bd.1—20. 1350 Bertha von Winkel, Nonne in Engelberg. Geschichtsfr. 26, 263 u. Reg. z. Bd. 1—20.1421 Hans v. Winkel in Luzern, ib. 21, 247. 1532, 1546, 1575, 1577 Ursula v. Winckel, Priorin inhhiwenkilch, Kt. Luzern, ib. 2t, 46. 53. v. Mülinen, II, 192.
‘) In B fehlt das Wappen, dagegen Federzeichnung in A, wie bei Stumpf. Dasselbe wird inText Ä so beschrieben: Zwen loufende rüden ob einanderen mit zweien ledigen windslricken an irenhalsbanden. Beide rüden teilet ein balk, so damilten im schilt uberenhuerins erscheint von einanderen, der-massen daß der ein rüd oben, der ander unden im schilt glisehen ist. Hiemit stimmt die Beschreibungdes Sigels durch Haid nach einer Urk. v. 5. Sept. 1355 überein. Freib. Diöces.-Arch. III, 110. — 3 ) Bader(Diöces.-Arch. VI, 245 f.) hält Windelock für identisch mit Widloch, Widilo, und betrachtet den Hofdieses Namens bei Buchthalen (s. oben S. 420) als den Stammsitz des Geschlechts von Windelock,welche Annahme jedoch keine andere Stütze hat, als die Ähnlichkeit des Namens. — 3 ) Über Joh.Windelock s. die Aufsätze im Freib. Diöcesan-Arch., III, 101 —110; 241—258; VI, 255 f. v. Bader;VII, 145 f.; X, iff.), in der Zeitschrift f. Gesch. d. Oberrheins (XV, 1 ff. 100; XXV, 1—24 v. Rothv. Schreckenstein) u. im Geschichtsfreund d. V Orte, 32, 161 — 164; auch Staun, wirtb. Gesch. III,258. Die wichtigste Quelle ist Heinrich v. Diessenhofen b. Böhmer, fontes IV, 83 —102; die übrigenQuellen sind angegeben bei Stalin, im Freib. Diöces.-Arch. VI u. in der Oberrh. Ztschr. XXV. WieRüeger, so bezeichnen auch die Konstanzer Chronik bei Mone (Quellensamml. I, 312), Königshofen(ib. I, 306), Stumpf u. andere Spätere den Bischof Joh. als von Schaffh. gebürtig. Nach Heinr. v.Diessenh. war er dagegen oriundus de Constantia. Der erst dem 16. Jahrh. angehörige Joh. Manliusschreibt: Joh. nobilis de Windlau ( alias Windloch vel Windeck), patre ex Constantia et malre de Schaff-husa natus, welche Angabe vielleicht der Wahrheit am nächsten kommt. Ein Geschlecht des NamensWindlok kommt in Schaffh. nicht vor. Die Notiz in der Chronik v. Im Thurn u. Harder, welche auchRoth v. Schreckenstein bestimmt, die schaffh. Herkunft Bischof Johanns für wahrscheinlich zu halten,beruht auf keiner anderen Quelle als auf Rüeger u. anderen sekundären Zeugen. 1337 Juni 16, Kon-stanz. Schiedspruch zw. dem Kl. Salem u. Pfr. Konr. Valhain zu Griesingen (wirt. ÖA. Ehingen).Unter den Zeugen ist Mag. Joh. Windlok, officialis curie Constantiensis, nomine abbatis et conventusmonasterii in Schaffehusa et predicti sacerdotis. Salemer Copialbuch. Oberrh. Ztschr. 3, 110. Daß JohannKanzler des Herzogs Albrecht war, bezeugt Heinr. von Diessenhofen: cancellarius ducis predicti (sc.Alberti). Böhmer IV, 83. 91. Ferner: 1353 Juli 3, Wien. Herzog Albrecht verpfändet seinem KanzlerMeister Johann die Veste Gutenstein um 5300 Florentiner Gulden, die derselbe ihm geliehen. Lich-nowsky III, Reg. 1637. — 4 ) Er erwarb das Haus von dem Juden Jakob, dem er es, weil er dieKaufsumme schuldig blieb, als Pfand verschrieb, bis es ihm im J. 1349, «als die Juden verbranntwurden», durch die Gunst des Herzogs Albrecht als unbelastetes Eigenthum zufiel. S. oben S. 321Anm. 2. Im J. 1455 kaufte Hermann d. Hün d. Haus u. wird laut Urk. d. d. Überlingen h. Abendv. Pfingsten 1357 nach dem Tode des Bischofs von dessen Schwager u. Schwester, Heinrich vonHornstein u. Elisabeth, dessen Gattin, für fl. 700, die er dem Bischof Joh. sei. uni d. Haus zur Hasel-staude schuldig gewesen, quittirt. Harder, Ausz. V, 4. Vgl. oben S. 360 Anm. 10; S. 779 Anm. 7;S. 791 ZI. 6. — 5 ) Bischof Ulrich Pfefferhart starb am 24. Nov. 1351. Am 29. Nov. wurde Johannauf Bitten des Herzogs Albrecht zum Bischof erwählt u. den 9. Juli 1352 von Papst Clemens VI. be-stätigt. Die Publikation zu Konstanz erfolgte am 23. Mai 1353, aber erst im Juli 1354 trat BischofJohann von der einträglichen Stelle eines herzogl. Kanzlers zurück u. hielt seinen Einzug in Konstanz.