und des Kaiserreichs.
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nichtet; die Regimenter, welche sonst aus ihr abgeleitete Namen geführthatten, verloren dieselben, wurden nummerirt und fortan nur nach ihrenNummern mit Beisatz der Waffe genannt.
Die neue Organisation war jedoch, als der Krieg ausbrach, nichtvollendet, und noch viel weniger eingewurzelt. Man hatte gesucht,allen Corps eine gleichartige Einrichtung zu geben; darüber beschwertensich aber die fremden Regimenter, welche klagten, daß man ihre Capi-tulation gebrochen habe. Aber auch außerdem war die Armee nichtsweniger als gleichartig. Man hatte neben der Linie Bataillone Na-tionalfreiwilliger, welche an die Stelle der ehemaligen Provinzialmiliz ge-treten waren. Aus der Mischung dieser Freiwilligen mit der Linie gingdie neue französische Infanterie hervor. Aber noch war diese Mischungnicht erfolgt, und die Linie und die Nationalfreiwilligen bestanden nebeneinander. Die Freiwilligen brachten den echt revolutionären Geist mit.Das Decret der Nationalversammlung vom 1. Februar 1790 hattezwar festgesetzt, daß zum Ossiziersgrade ausgezeichnete Erfüllung derPflichten eines Soldaten, Uebung im Dienste, und die Kenntniß derElemente der Kriegskunst erfordert werden: aber die Freiwilligen kehr-ten sich nicht an dieses Decret, und wählten ihre Offiziere selbst, bishinauf zum Anführer des Bataillons. Es bedarf keiner Auseinander-setzung, welchen Aufschwung die Wahl der Offiziere durch die Soldatendem Muthe, der Tapferkeit und dem Ehrgeize gab. Fast alle berühmtenFeldherren der Republik, fast alle ausgezeichneten Generale des Kaiser-reiches sind gewählte Bataillonschefs der Freiwilligen gewesen. Dieanfangs eigenmächtige Wahl wurde gesetzlich, und selbst Napoleonließ sie für ein Drittheil der Offiziere bestehen, das zweite Drittheilwurde unter ihm nach dem Dienstalter befördert, die Ernennung desdritten Drittheiles behielt er sich selbst vor.
Im Jahre 1790 zählte die französische Infanterie 112,000, imJahre 1791 150,000 Mann. Die Zahl der Regimenter war 104,darunter 23 aus Ausländern bestehend. Das Regiment hatte zweiBataillone; aber die Zahl der Compagnieen des Bataillons war auf 9vermehrt worden, offenbar eine verkehrte Maßregel, weil die Compag-nieen zu schwach wurden. Das Bataillon war 504 Mann stark. Der
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