Kriegsjahr 1792.
der Geschichte des Revolutionskrieges vor den Augen ist esleicht zu sagen, daß die europäischen Mächte besser gethan hätten, denVulkan in sich selbst ausbrennen zu lassen, oder aber, wenn sie sichschon einmischen wollten, es zu einer Zeit, wo in Frankreich noch etwaszu retten war, zu thun, und mit vereinten, schlechthin überwältigendenStreitkrästen in das aufgeregte Land einzurücken. Die natürliche Scheu,vorschnell mit einem Staate von großen Hülfsquellen einen Krieg zu' beginnen, in welchem der Angreifende allein da stehen mochte; diedaraus fließende Nothwendigkeit, sich zuerst durch Bündnisse zu stärkenund mit den übrigen Mächten über gemeinsame Maßregeln sich einzu-verstehen; die Hoffnung, es werde in Frankreich doch noch die gemäßigtePartei und die königliche Macht die Oberhand gewinnen; die persönliche -Abneigung endlich des Kaisers Leopold H. gegen den Beginn einesKampfes, welcher, wie dieser vorsichtige-Monarch voraussah, das per-sönliche Schicksal seiner Schwester und seines Schwagers, der Königinund des Königs von Frankreich, nur verschlimmern konnte, das undviele andere gewichtige Umstände und nothwendige Rücksichten hattenbewirkt, daß man das Jahr 1792 herankommen ließ, ohne daß etwasEntscheidendes zur Dämpfung des wilden Getreides in Frankreich ge-schehen wäre. In diesem Jahre aber war die Entwickelung der Re-volution so weit vorgeschritten, hatte dieselbe eine so bedrohliche Wen-dung genommen, war die Sprache derselben gegen die Mächte schon
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