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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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und des Kaiserreichs.

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erkannte er, es sei nothwendig, zum Angriffe zu schreiten, und ließ dreiColonnen bilden, welche mit der Festigkeit geübter Truppen vorrückten.Das war der entscheidende Moment für Frankreich. Hatten die Fran-zosen sich auch jetzt vom Schrecken fassen lassen, so gewann der Feinddie erste Schlacht, der Muth des Heeres wäre gänzlich gebrochen ge-wesen, und es würden die Verbündeten bis Paris haben vordringenkönnen. Kellermann, ein alter Soldat aus dem siebenjährigenKriege, goß seinen Truppen Muth ein. Er ließ gleichfalls dreitiefe Colonnen von Bataillonsbreite bilden, und sprach mit weithin-schallender Stimme:Kameraden! Der Augenblick des Sieges ist ge-kommen, laßt den Feind vorrücken, ohne einen Schuß zu thun, undgreift ihn mit dem Baponnette an." Darauf steckte er seinen Hut aufdie Spitze des Degens, schwenkte ihn in der Luft, und rief:Es lebedie Nation! Sieg! Sieg für sie!" Die Soldaten, angesteckt vonseinem Enthusiasmus, steckten ihre Mützen gleichfalls auf die Bayon-nette, wiederholten tausendfach den Ruf ihres Anführers, und an dieStelle der Unruhe und Niedergeschlagenheit traten Muth und Zuversicht,welche fast immer die Vorboten des Sieges sind. Als der preußischeFeldherr die feste Haltung der Franzosen sah, unterließ er den Angriffauf ihre Vortheilhafte Stellung, und die Schlacht endete, wie sie be-gonnen, mit einer Kanonade. Nicht viel über 300 Mann waren aufbeiden Seiten geblieben, aber die moralischen Folgen für das französischeHeer waren unermeßlich, eine Vertheidigungsschlacht war gewonnen,und die Soldaten hatten gelernt, daß Festigkeit und Gehorsam die bestenMittel sind, Ruhm zu ernten und Verlust zu vermeiden. Von demTage von Valmy datirt der Siegeslauf der republikanischen Waffen.

Da die Verbündeten jetzt vor sich Dumouriez mit 60,000 Mann,und in ihrer linken Flanke eine Armee von 25,000 Mann hatten, diesich bei Chalons sammelte, verzichteten sie darauf, das verschanzte Lagervon St. Menehould anzugreifen. Schlechte Witterung, Mangel anLebensmitteln und die Ruhr richteten fürchterliche Verheerungen unterden Preußen und Oesterreich»» an, und es war gut für sie, daß einedamals geheimgehaltene Uebereinkunft zu Stande kam, wonach dieChampagne geräumt wurde, die Verbündeten aber von den Franzosen