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Die Soldaten der kepMik und des Kaiserreichs.
kömmt: aber jene durch die Insubordination, Ungeübtheit und wohl! auch den Enthusiasmus der jungen Freiwilligen veranlaßte, ganz zu-fällige, zerstreute Fechtart führte allmälig zu dem Tirailleursysteme,welches mit dem Colonnensysteme die zwei wesentlichen Elemente derjetzigen Jnfanterietaktik bildet.
Die Unzulänglichkeit der Verpflegung der französischen Armeen ausMagazinen führte zum Requisitionssysteme, welches gleichfalls im Jahre1792 aufzukeimen begann. General Custine war es, der sich derRequisitionen in ausgedehntem Maßstabe in den feindlichen Ländern,
! die er durchzog, zuerst bediente. Dieses neue Verpflegungssystem, welches^ freilich nur in volkreichen Gegenden befolgt werden kann, erhöhte in .
der Folge die Bewegungsfähigkeit des französischen Heeres auf das !
Aeußerste. ^
- Endlich muß noch erwähnt werden, daß die patriotischen Gesänge !
ein mächtiges Hülfsmittel wurden, den Muth der französischen Truppen ^
zu erhöhen, und sie in eine Art moralischen Rausch zu versetzen. GegenEnde des Jahres 1792 kam die Marseillaise auf, jenes berühmte Lied,
^ welches von Rouget de Lisle gedichtet und in Musik gesetzt wurde, undeine wahrhaft wunderbare Gewalt über die Franzosen gewann. Zwar !kann man sich mit den rohen Ausdrücken gegen die Fürsten nicht be- §! freunden, welche in dem Liede überfließen: aber nichts destoweniger muß Idie Marseillaise unter L>ie Mittel gezählt werden, welche zu den Siegen !der Franzosen mitwirkten, denn diese Hymne begeisterte nicht nur diejungen Soldaten fast über menschliches Maß, sondern war auch eine !kaum widerstehliche Lockung, sich den Kriegern der Nation beizugesellen. ^Nicht minder berühmt als die Marseillaise wurde der „(Alant ckn ck«-'- !
part" von Chenier, gedichtet im Jahre 1793. >