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Die Soldatm der Republik
j Armeen von verschiedenen Gegenden her nach einem Puncte conccntrischgerichtet werden sollten. Aber Hoche konnte sein ungestümes Feuernicht mäßigen, und lieferte bei Kaiserslautern dem Herzoge von Braun-schweig eine Schlacht, welche dieser gewann, ohne aus dem SiegeNutzen zu ziehen. Das setzte Hoche in den Stand, sich rechts zuschieben, und sich mit der Rheinarmee zu vereinigen. Ihm wurde derOberbefehl auch über diese, mit Hintansetzung Pichegru's anvertraut,und in der That hielt er, was er den Volksrepräsentanten, die ihmden Vorzug gegeben, versprochen hatte: er eroberte die WeißenburgcrLinien wieder, entsetzte Landau am 27. December, und so endete das Jahrmit einem großen Vortheile der Franzosen, die sich in der Pfalz aus-breiteten und reiche Beute machten.
Auch im Westen hatte das Glück die Waffen der Republik neuer-dings gekrönt. Die Vendeer, welche nach der bei Chollet erlittenenNiederlage über die Loire gegangen waren, um einen Hafen zu suchen, -und sich den Engländern in die Arme zu werfen, wurden fast ganz !
aufgerieben. Es ist bemerkenswerth, daß der Oberfcldherr der Armee ^
gegen die Vendee, Lechelle, vom Kriegführen durchaus nichts ver- Istand. Kleber, der junge Marceau, Westermann und Andere ithaten für ihn das Werk. Als Lechelle deti Abschied genommen, undChalbes, sein Nachfolger, sich wegen geschwächter Gesundheit zurück-gezogen hatte, gaben die Volksrepräsentanten Rossignol den Ober-befehl über die vereinten Armeen des Westens und von Brest. DieserMann verstand, wie er schon früher bewiesen, von Kriegsführung nichtdas Mindeste, räumte dies selbst ein, und forderte seine Entlassung. jDie Volksrepräsentanten gaben sie ihm nicht, und nun wurden auf ^Kleber's Rath der junge Marceau zum Anführer der Infanterie, !Westermann >zum Anführer der Reiterei, Debilly zum Anführer derArtillerie ernannt, während Rossignol den Oberbefehl behielt. Mar- ^ceau war Kleber aufrichtig ergeben, und so blieb diesem die eigent- !liehe Leitung. Aber Rossignol zeigte sich nicht so gefügig, wie mangeglaubt hatte; die Volksrepräsentantcn schickten ihn daher nach Rcnneszurück und gaben Marceau den Oberbefehl, welcher sich Kleber andie Seite setzte, worauf Alles gut ging, und die unglücklichen Vendeer
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