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Die SolVatcn der Republik
er daher dem Befehle und ging nach Paris, so wurde er ganz gewißvor das Revolutionsgericht geschickt, und höchst wahrscheinlich hingerich-tet. Einstweilen hatten die Volksrepräsentanten, die sich bei der Armee! von Italien befanden, zwei Gensdarmen als Wache vor sein Quartier! zu Nizza gestellt. Die Nachrichten von Paris in Betreff seiner laute-ten nichts weniger als beruhigend, und wenn ein zweiter Befehl eintraf,daß er dahin abgehe, war er als ein verlorener Mann zu. betrachten.Für den Fall nun des Eintreffens eines solchen Befehles hatten der! Capital'» Sebastian! und der Lieutenant Junot den Entschluß ge-faßt, mit Bonaparte nach Genua zu fliehen. An welchen Fäden! doch das Weltgeschick und das Geschick der Personen hängt! Wäre
die Flucht nothwendig geworden, so würde es geheißen haben: Napo-? leon Bonaparte, korsischer Edelmann und Emigrant! und das ganzeSchicksal unseres Welttheils hätte eine andere Richtung genommen.Zum Glück für Bonaparte war die Stimmung der Armee ihm außer-ordentlich günstig; allenthalben in ganz Frankreich betrachtete man die^ Schreckensregierung als ohne Wiederkehr gestürzt, und die Soldaten
! sollten zusehen, wie einer ihrer besten Generale zu einem finstern Ge-
! schicke hinweggerissen werden sollte! Zugleich drohten neue Bewegungen
^ des Feindes, und da nahmen es die der Armee'von Italien beigegebe-
^ nen Volksrepräsentanten über sich, dem Wohlfahrtsausschüsse zu schrci-
! ben, der General Bonaparte sei ihr unentbehrlich, worauf das Dekret,
l welches ihn vor die Schranken des Conventes lud, zurückgenommen
, wurde. Aber dieser Armee blieb Bonaparte für jetzt doch nicht er-
! halten. Aubrey, ein ehemaliger Artilleriecapitain, hatte die Leitung
des Personellen im Kriegsausschuffe übernommen, rief den Artillerie-general aus Eifersucht zurück, und wollte ihm eine Jnfanteriebrigade- in der Vendee geben. Bonaparte eilte nach Paris, um Aubreyzu bewegen, daß er ihm den Befehl der Artillerie bei der Armee von^ Italien lasse. „Sie sind zu jung dazu," war die Antwort, worauf
Bonaparte entgegnete: „Man altert schnell auf dem Schlachtfelde,und davon komme ich her." Alles half nichts: Bonaparte wies die^ Jnfanteriebrigade zurück, und blieb als Privatmann in Paris. Und
doch war es gerade die Eifersucht Aubrey's, welche unwillkürlich
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