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Die Soldaten der Uepublik
fischen Hauptstellung vorzurücken, und den rechten Flügel abzuschneiden.Das verwarf Beaulieu, und beschloß, nicht gegen die französischeHauptmacht, sondern gegen den rechten Flügel allein'vorzurücken. DaCervoni') bis Voltri vorgeschoben war, mochte ihm dieser Flügelbloßgestellt erscheinen.
Aber nicht minder entschlossen war Wo na Parte, angriffsweise zuWerke zu gehen. Das hatte ihm das Directorium befohlen, er würdees aber auch ohne Befehl gethan haben. Carnot hatte vorgeschrieben,Bonaparte solle seinen Hauptstoß gegen die Oesterreicher richten, undsie über den Po treiben, um Sardinien vvn der Allianz*) loszureißen,ja es durch Vergrößerungen im Mailandischen, welches erobert werdensollte, zu einem Schutz- und Trutzbündnisse mit Frankreich zu vermögen.Bonaparte aber, der schärfer sah als Carnot, bildete sich seineneigenen Feldzugsplan, und erzielte dadurch Erfolge, welche bei weitemgroßartiger waren, als die Alletagspolitik des Directoriums es auch nurentfernt geträumt hatte.
Bonaparte traf am 27. März zu Nizza ein, wo das Hauptquartierder Armee von Italien seit zwei Jahren gewesen. Die Truppen, dieer fand, waren abgehärtete, kriegsgewohnte, an Entbehrungen undMühseligkeiten jeder Art gewöhnte Leute. Und was die Divisions-generale betrifft, darf man nur Massena, Augereau, Serrurierund Laharpe nennen, um zu wissen, wie ausgezeichnet sie waren, wasauch von Kilmaine und Stengel, den Anführern der Reiterei galt.Chef des Gcneralstabes war Berthier, ein streng wissenschaftlich ge-bildeter Krieger, ein unermüdlicher Arbeiter, ein Mann von seltenerKraft des Gedächtnisses und von großer Kaltblütigkeit. Lannes,Joubert, Murat, Bessieres, Victor und Suchet waren Bri-gadegenerale, oder wurden es wenigstens in diesem Feldzuge.
Schlecht hatte das Directorium für die Truppen gesorgt. Es fehltean tausend Bedürfnissen, an Geld, an Montur, an Schuhen, an Lcbens-mikteln. Die Soldaten waren an das Plündern verwiesen, um ihren
1) Siehe S. 66.
2) Mit Oesterreich, versteht sich.