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gerichtet, und die Oesterreicher brauchten Zeit, den Verlust durch frischeMannschaft zu ersetzen.
In die Zeit des Feldzuges in Italien im Jahre 1796 fällt auchder erste Anfang der nachher so berühmten Kaisergarde. Als nämlich beidem Gefechte von Borghetto am 30. Mai Bonaparte bemerkte, daßdie Oesterreicher nirgends mehr Stand hielten, ritt er nach St. Giorgio,weil ihn heftige Kopfschmerzen peinigten, die er durch ein Fußbad ver-treiben wollte. Er saß in demselben, als plötzlich Kleingewehrfeuererscholl und Husaren von der Abtheilung deK Generals Sebottendorfso rasch daher kamen, daß die Wache kaum noch Zeit hatte, das Thordes Hauses, in welchem der französische Feldherr sich befand, zu schließen.Bonaparte entkam durch eineHinterthüre, an einem Fuß den Stiefel,den andern bloß Sebottendorf's Husaren wurden durch dieTruppen der Division Massena schnell verjagt, und Bonaparte konntezurückkehren. Die Gefahr aber, in der er geschwebt, gab ihm denGedanken ein, sich eine Leibwache zu errichten. Die tapfersten undgewandtesten berittenen Jäger, welche eine mehrjährige tadelfreie Dienst-zeit nachweisen konnten, wurden dazu gewählt und ihre Anführung demEscadronschef Bessieres, nachmaligem Herzog von Jstrien, anver-traut. Aus Rücksicht auf das Directorium gab man dieser erlesenenReiterschaar den Namen 6ompuAiiik cke» Ouicles. Sie versah denDienst in Bonaparte's Hauptquartier, begleitete ihn auf Recognosci-rungen, bildete überhaupt seine Bedeckung, und war der Stamm dernachmaligen Chasseurs der Kaisergarde.
I) Sonderbarer Weise traf es sich, daß einige Stunden vorher der österreichischeFeldherr Beaulieu in eben demselben St. Giorgio mit genauer Noth der Gcfangcn-nehmung durch die Franzosen entrann.