88 Die Soldaten der Republik
Bonaparte, am 10. noch in Bologna, traf am 12. Bormittagsin Verona ein, ließ die Colonne des österreichischen Generals Baya-litsch zurückwerfen und brach, überzeugt, daß die österreichische Haupt-macht im Thalr der Etsch sei, am 13. Januar mit der Division Massen«nach Rivoli auf. Der französische Oberfeldherr selbst eilte den Truppen vor-aus und langte um 2 Uhr des Morgens des 14. Januar bei Joubert an.
Die Stellung bei Rivoli war im Rücken durch die Etsch unan-greifbar, weil der einzige Paß, die Osteria, sehr leicht gehalten werdenkann. Zugleich gestattet sie den Gebrauch aller Waffengattungen, wäh-rend alle Zugänge sehr schwierig sind und der Angreifer weder Cavallerienoch Artillerie gebrauchen kann.
Am 14. fand die berühmte Schlacht von Rivoli statt, die zuden Meisterstücken der Kriegskunst gerechnet zu werden pflegt. Die Oester-reichs erlitten eine vollkommene Niederlage und verloren 14,000 Mannan Todten, Verwundeten und Gefangenen '), mithin die Hälfte derHauptmacht des Feldzeugmeisters Alvinzy.
Zu Castelnovo hatte Bonaparte in der Nacht vom 14. zum15. Januar vernommen, daß Provera im Marsche auf Mantua wäre.Am 15. war jener mit der Division Massen« zu Roverbello ^), am 16.des Morgens stand er bereits in Stellung bei La Favorite, zugleichkam die Division Augereau aus der Straße von Ronco und Legnagoheran und schon um 10 Uhr des Vormittags streckte Provera mit6700 Mann das Gewehr *).
Binnen drei Tagen hatte der junge französische Feldherr, am14. Januar bei Rivoli, am 16. bei La Favorite in nächster Nähe vonMantua siegend, dem Feinde 20,000 Mann gefangen genommen, undgewiß über 6000 Mann außer Gefecht gesetzt. Das ist einer der größtenErfolge, welche die Kriegsgeschichte kennt.
>) Ihre Zahl betrug 10 bis 12,000 Mann.
2) Die Niederlage der sich zurückziehenden Oesterreicher wurde am 15. durchJoubert vervollständigt.
3) Der Ausfall, den Wurmser am 16. Januar aus Mantua machte, wurdezurückgeschlagen.