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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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Die Soldaten der Republik

vorzuschreiben. Am 12. März setzte sich Jourdan, der Massen«nicht im Stiche lassen konnte, aber von der Ueberlegenheit des Erzher-zogs Kunde hatte, in Bewegung und rückte bis in die Gegend vonj Ostrach, von wo er nicht weiter vorzudringen wagte. Erzherzog Karl

! griff ihn am 21. März an, drängte die Franzosen zurück, verfolgte sie

aber keineswegs mit Feuer, wie er denn überhaupt mit einer Behut-samkeit verfuhr, welche durch seine Uebermacht, besonders an Cavallerie,gewiß nicht gerechtfertigt erscheint.

Jourdan hatte nichts weniger als Lust', eine Schlacht zu wagen,erhielt aber am 23. März den Befehl des Direktoriums, sofort anzu-greifen, weil, wie es in diesem Befehle heißt, die Streitkräfte desFeindes sich täglich mehrten, die seinigen aber dieselben blieben'). Einhöchst leichtsinniger, ohne Kenntniß der Zahlenverhältnisse des Feindesgegebener, echt revolutionsübermüthiger Befehl.

Am 24. März stand der Erzherzog im Lager von Stockach,Jourdan griff am 25. an, und wurde zum Rückzüge gezwungen.

! Abermals drang der Erzherzog, obschon er 20,00.0 Mann Cavallerie! hatte, nicht lebhaft nach. In strategischer Beziehung hatte er, obschon! er zwei Geschütze verlor, während er nur eins erbeutete, die Schlacht

! von Stockach unstreitig gewonnen, denn sowol Jourdan als Ber-

^ nadotte gingen über den Rhein zurück. Diesen Rückzug hätte derErzherzog bei seiner großen Uebermacht in eine Flucht verwandeln könnenI und sollen. Daß Karl von Oesterreich ein Mann von großen Feld-i Herrngaben war, ist eine allgemein anerkannte Thatsache, man kanndaher nur glauben, er sei durch Befehle von Wien gelähmt gewesen,inwieweit? wird bei der Abwesenheit aller Urkunden hierüber, lange einRäthsel bleiben.

Jourdan und Bernadotte legten nach ihrer Rückkehr über denRhein den Befehl nieder, und ihre Truppen wurden an Masse nagewiesen. Der Erzherzog Karl erkrankte, und eine zweimonatliche

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