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Die Soldaten der Republik
ernannt. Die italienische Armee, das heißt die Trümmer der HeereMacdonald's und Moreau's, sollten aus 48,000 Mann gebrachtwerden, und zum Obergeneral derselben wurde Joubert ernannt, dersich im Jahre 1797 in Tyrol ausgezeichnet hatte, erst dreißig Jahrealt war, und wegen seiner Kühnheit am meisten geeignet schien, demeben so kraftvollen als rücksichtslosen Suwarow entgegengestellt zuwerden. Das Directorium befahl die kräftigste Offensive vom mittel-ländischen Meere bis zum Neckar, aber bis die italienische Armee hin-reichend verstärkt war, vergingen fast zwei Monate, und diese Zeitreichte für die Verbündeten gerade hin, um den Fall von Mantua undder Citadelle von Alessandria zu bewirken, und um durch Klenau dieFranzosen aus Toskana vertreiben zu lassen. Das Königreich Neapelwar gleichfalls bereits wieder hergestellt. >
Die Alpenarmee bildete sich nur langsam, aber im Juli trafen12,000 Mann Verstärkungen bei der italienischen Armee ein, welchedadurch auf 43,000 Mann stieg. Am 5. August langte Joubert bkiihr an, und auf seine Bitte blieb auch Moreau noch. Nach seinerAnkunft berief Joubert einen Kriegsrath, welcher der Meinung war,daß man warten solle, bis die Alpenarmee im Stande wäre, mit deritalienischen gemeinschaftlich zu operiren. Da aber das Directoriumunverzüglichen Angriff befohlen hatte, glaubte Joubert diesen nichthinausschieben zu dürfen, und begann am 9. August seine Bewegungenmit 35,000 Mann. Zwar hatte Suwarow zwischen Turin undTortona 60,000 Mann; da er aber diese Plätze nicht entblößt lassendurfte, so ließ sich berechnen, daß er zur Schlacht etwa 40,000 Mannversammeln können würde').
Am 15. August wurde die Schlacht von Novi geschlagen; dieFranzosen waren 33,000 Mann, die Verbündeten 31,000 Mann stark.Von 5 Uhr des Morgens bis Mittags rangen sich die beiden Armeenmüde, und welche von beiden jetzt noch frische Truppen in das Gefechtbringen konnte, für die mußte der Sieg sich erklären. Die Verbündeten
I) Von dem Falle von Mantua hatte Joubert noch keine ofsiciellc Kenntniß,und andern Nachrichten glaubte er nicht.