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Vie Soldaten der Republik
indem Moreau es für zu gewagt hielt, mit seiner ganzen Armee nurbei Schaffhausen über den Rhein zu gehen.
Wir zeichnen zuerst eine Skizze des Feldzuges in Deutsch-land, und bemerken gleich zum Voraus, daß die Erfolge, welche Mo-reau hier errang, nicht ganz im Verhältnisse zu seinem numerischenUebergewichte standen, denn seine Hauptarmee zahlte 100,000'), dieHauptarmee Kray's dagegen nicht viel über 70,000 Mann, wovonnoch die Besatzungen verschiedener festen Platze abzuziehen sind. ImWesentlichen blieb Moreau dem ihm vorgeschriebenen Plane getreu,und drängte nach den Gefechten bei Stockach und Engern die Oesterrei-cher, welche 10,000 Mann und ihre Magazine eingebüßt, bis Möß-kirch zurück, wo es am 5. Mai zur Schlacht kam, welche der Feld-zeugmeister Krap verlor. Die Oesterreichs versuchten, sich auf derHöhe zwischen Memmingen und der Jller zu halten, aber die Franzo-sen ließen ihnen keine Zeit, die begonnenen Verschanzungen zu vollen-den, zwei Divisionen gingen über die Jller und drängten die österrei-chische Avantgarde nach Memmingen zurück. Jetzt blieb dem Feldzeug-meister Kray keine andere Wahl, als bis Ulm zurückzugehen, wo erein verschanztes Lager bezog.
Moreau hatte die eine Hälfte des Plantz erzielt, es galt nun,dem österreichischen Feldherrn den geraden Rückzug nach Oesterreich un-möglich zu machen, und ihn zu jenem nach Böhmen zu nöthigen.Allein Krap behauptete sich fast sechs Wochen in der Gegend von Ulm,und war durch keine Demonstration seines Gegners zu bewegen, seinverschanztes Lager zu verlassen. Endlich, nachdem Moreau sich derReichsstadt Augsburg bemächtigt hatte, dachte er ernstlich an einen Do-nauübergang, den er unterhalb Ulm bewerkstelligen wollte. Er triebam 15. Juni die österreichischen Abtheilungen, welche bisher noch aufdem rechten Donauufer gestanden hatten, nach dem linken zurück, undließ am 19. durch den General Lecourbe einen Donauübergang beiBlindheim bewerkstelligen. Es kam zu dem Gefechte bei Hochstädt,
I) Moreau hatte Truppen in der Schweiz gegen den Fürsten Reuß, und beiMainz gegen Albini aufstellen müssen.