160 Die Soldaten der Republik
leitete, mißlang, und durch die Eroberung dieser Stadt und der Brücketrat Ney in ungehinderte Verbindung mit der übrigen Armee seinesKaisers.
In dem Gefechte von Günzburg lag die Entscheidung. Kien-mayer wurde von Bernadotte und Davoust über die Jller zurück-geworfen, und der Churfürst von Baiern konnte wieder von seinerHauptstadt München Besitz nehmen. Dem österreichischen OberfeldherrnMack aber war seine Rückzugslinie vollkommen abgeschnitten.
Die französische Hauptmacht setzte ihre Bewegung fort, um Mackbei Ulm einzuschließen, und diesen Platz zu berennen. Memmingen,welches befestigt war, und die Straße nach Tyrol hüten sollte, wurdeam 13. October von Soult genommen, worauf er in der Richtunggegen Ulm vorrückte, um Alles, was von daher käme, zurückzuwerfen.An demselben Tage kam Napoleon in das Hauptquartier des Mar-schalls Ney, und dieser erstürmte die Brücke von Elchingen. Nachdiesem unglücklichen Gefechte verließen der Erzherzog Ferdinand undder Fürst Karl von Schwarzenberg Ulm in der Nacht vom 14.zum 15. mit der Cavallerie, und erreichten, von Murat und demjungen Kellermann verfolgt, Böhmen, freilich nur nach großem Ver-luste, aber doch die Ehre der österreichischen Waffen rettend.
Am 20. October streckte die in dem verschanzten Lager bei Ulmeingeschlossene österreichische Armee des Feldzeugmeisters Mack die Waffen,ein Ereigniß, dessen Erinnerung wie Feuer in der Brust jedes Oester-reichers brennt. Melas wagte wenigstens eine Schlacht, verlor siezwar, aber rettete durch die nachfolgende Capitulation doch die Armee;Mack wagte keine Schlacht, und verlor durch die Capitulation auchnoch überdies die Armee').
I) Das seiner Zeit verbreitete Gerücht, Mack sei ein Berräther gewesen, ent-behrt jede- Grundes, sonst würde die kriegsgerichtliche Untersuchung gegen ihn aufTodesstrafe erkannt haben. Er wurde zwar seiner Würden entsetzt, erhielt aber baldnach der Schlacht von Leipzig von dem verewigten Kaiser Franz die Feldmarschall-lieutenantspension, und wurde 1819 m alle seine Würden wieder eingesetzt. Erhaltebei St. Polten in Oesterreich ein kleines Gut, der Teufelshof genannt, auf wel-chem er den Rest seines vielbewegten Lebens zubrachte.