162 Die Soldaten der Republik
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werden, und wich daher nach Salzburg zurück. Die Traun und dieEnns konnten von den Verbündeten ebenso wenig behauptet werden,und der Erzherzog Karl wurde durch Ney und Marmont gehindert,der vorrückenden französischen Armee in die rechte Flanke zu kommen.
Nach Böhmen, wo der Erzherzog Ferdinand bei Prag 18,000Mann gesammelt hatte, rückte Kellermann, und Baraguay d'Hil-liers folgte ihm. Am linken Ufer der Donau ging in OesterreichMortier vor, um den Verbündeten bei der Brücke von Stein zuvor-zukommen. Das unglückliche Gefecht von Amtstetten') bewog Kutu-sow, die Deckung von Wien aufzugeben und bei Stein die Donauzu überschreiten. Das führte zu dem interessanten Treffen von Dürren-stein^), wo Mortier in einem sehr gebirgigen Terrain von 30,000Russen und Oesterreichern eingeschlossen wurde. Obgleich er nur dieDivision Gazan') bei sich hatte, hielt er dem Feinde, der ihn umgangenhatte, hartnäckig den ganzen Tag hindurch Stand. Am Abende langtedie Division Dupont an, und Mortier war gerettet. Der Kampfbei Dürrenstein war einer der schönsten des Feldzuges; Russen, Oester-reicher und Franzosen überboten einander an Tapferkeit. Die Verbün-deten verloren drei Generale und 4000, die Franzosen 3000 Mann.Kutusow zog sich in der Richtung auf Znaym zurück, und nahmzwischen Guntersdorf und Hollabrunn Stellung.
Murat und Lannes waren inzwischen gegen Wien vorgerückt,welches das schwache Corps des Generals Meerfeldt nicht zu deckenvermochte. Am 13. zog Murat in der österreichischen Hauptstadt ein,welche seit 315 Jahren keinen Feind in ihren Mauern gesehen hatte.
Noch denselben Tag gingen die Franzosen über die Donau. Der
1) 6. November.
2) II. November.
3) Mortier's Corps war 15,000 Mann stark und bestand aus den DivisionenGazan und Dupont.
-I) König Mathias Corvinus von Ungarn hatte Niederösterreich und Wien er-obert und in dieser Stadt mehre Jahre residirt. Er starb ebendaselbst 1-100,worauf der römische König Maximilian in der kürzesten Zeit Oesterreich von derFremdherrschaft befreite.