164
Die Soldaten der Republik
!
!
!
Alle diese vielen Entsendungen, in welche man auch die der Corps !
des Marschalls Ney und des Generals Marmont einbegreisen muß'), j
-hatten die Macht der französischen Hauptarmee so sehr ermäßigt, daß z
von keinem numerischen Uebergewicht Napoleons, um den Hauptschlag !
zu führen, mehr die Rede war. Die russisch-österreichische Armee zählte Iwieder 83,615 Mann ^), darunter 16,565 Reiter, stand am I. Decemberin der Nähe von Austerlitz, zwischen Holubitz rechts und Aujezd links.
Die Franzosen gaben ihre Stärke zu 65,000 Mann an. Der Plander Verbündeten war, den rechten Flügel der Franzosen zu überholen,sie von der Straße nach Wien abzudrängen und nach Böhmen zu werfen.
Am Vorabende der Schlacht besuchte Napoleon die Bivouaks.
Er hatte eine seiner in die Seele dringenden Proklamationen erlassen,und die Soldaten waren begeistert. Einer') von ihnen siel auf denGedanken, ein Strohbündel an die Spitze seines Bajonetts zu steckenund anzuzünden. Sogleich ahmte die Armee das nach, und man er-blickte eine der seltsamsten Illuminationen, die es je gegeben hat.
Der 2. December, der Jahrestag der Krönung Napoleons,brach an. Die Russen, welche keine andere Besorgniß hatten, als diefranzösische Armee möchte ihnen entschlüpfen, begannen die weite Um-gehung des rechten Flügels der Franzosen mit ihrer Hauptstärke, wäh-rend der concentrirten Masse der Armee Napoleons nur der rechteFlügel und die Reserve der Verbündeten gegenüber blieben. DennKutusow hatte den Plan zur Schlacht entworfen gegen eine Armee,die er nicht sah, welche er in einer Stellung voraussetzte, die sie nichtinne hatte, und obendrein unter der Annahme, daß die Franzosen un-beweglich wie Grenzpfähle stehen bleiben würden*). Daß die Ver-
1) Marmont war in Leoben, Ney befand sich auf dem Marsche aus Tyrolnach Kärnthen. Das Corps Augereau's (das siebente der großen Armee) stand inBaiern.
2) Es befanden sich darunter 20 Bataillone und 54 Schwadronen Oestcrreicher.
3) Archer, Grenadier im 47. Linienregimente.
4) Bemerkungen eines französischen Offiziers zu dem Berichte des GeneralsKutusow an den russischen Kaiser. Diese interessanten Bemerkungen erschienen imMonsieur jener Zeit, und es wurde allgemein geglaubt, Napoleon habe sie diktirt-