unv des Kaiserreichs. 179
trennen, war mißlungen, und die russische Angriffsbewegung gerieth indas Stocken.
Napoleon hatte inzwischen eine jener großen Bewegungen vor-geschrieben, durch welche er, wie bei Ulm, eine Katastrophe herbeiführenwollte, die den Krieg mit einem Male entschied. Das VerweilenBennigsen's bei Mohrungen war ein Fehler, er setzte sich dadurcheiner Vernichtungsschlacht aus. Denn Bernadotte erhielt Befehl,den rechten Flügel der Russen festzuhalten, wahrend der französischeKaiser mit der Hauptmacht ihren linken Flügel zu umgehen, und siedadurch vollkommen von ihrer Rückzugslinie abzuschneiden gedachte.Das Gelingen war fast unfehlbar, allein das Schicksal wollte, daß dasSchreiben Napoleon's an Bernadotte, worin er diesem Marschallseinen Plan auseinandersetzte, in die Hände der Kosaken siel. Am31. Januar erhielt Bennigsen zu Mohrungen diesen Brief, ohnedessen Empfang er sammt der russischen Armee dem Verderben nichtentgangen wäre; zum Glück war sie bereits concentrirt, und er mar-schirte mit ihr sofort nach Allenstein. Bei Jankowo stand am 2. Februardie russische Armee in Schlachtordnung, während das preußische Corpsvon Graudenz, das es entsetzt hatte, nach Deutsch-Eilau rückte. Den-selben Tag war nur das Corps Soult's und die Reservecavallerie beiAllenstein; das wäre für die Russen die Zeit anzugreifen gewesen, siewurde versäumt. Am andern Tage, den 3. Februar, trafen die übrigenfranzösischen Corps ein, Soult erstürmte die Brücke bei Bergfriedüber die Alle, und die Franzosen bemächtigten sich aller Zugänge zurrussischen Stellung. Am 4. Februar aber traten die Russen, der Schlacht,die sonst an diesem Tage vorgefallen wäre, ausweichend, eilig denRückzug an; am 7. trafen sie bei Preußisch-Eylau ein, am Tagedarauf fand die Schlacht statt.
General Bennigsen mußte diese Schlacht wagen, oder Königs-berg und Preußen überhaupt aufgeben. Er beschloß daher in der Stel-lung bei Eylau die Franzosen zu erwarten, welche in der Nacht vom7. zum 8. Februar dieses Ortes sich bemächtigt hatten. Die Russen,welche ihre Geschütze in großen Batterien oder vielmehr Massen vereinigthatten, begannen am Schlachttage schon in der frühesten Morgen-