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Die Soldaten der Republik
! jedoch durch den der Russen ausgewogen wurde, sich aus der Schlinge
! ziehen. Die Russen folgten bis an die Passarge, aber überschritten
diesen Fluß nicht, und verloren nochmals Zeit, welche Napoleon nicht! ungenutzt hinweggehen ließ.
Die russische Armee stand am 9. Juni wieder an der Stelle, vonwo sie aufgebrochen war, und am 10. siel das Treffen von Heilsberg,einem am linken Ufer der Alle liegenden Städtchen, vor. Die Höhenam rechten Ufer, welche die ganze Gegend überragen, waren sorgfältigverschanzt. Bennigsen erwartete hier den Feind, weil die Verthei-digung vorbereitet war, und weil er sich auf die Tapferkeit seinerTruppen verließ. Er täuschte sich hierin nicht, der Angriff ward in derThat abgewiesen, aber nicht mit solchem Erfolge, daß Napoleon ge-nöthigt worden wäre, die Fortsetzung seiner Unternehmung aufzugeben.
Den 11. Juni traf der französische Kaiser alle Vorbereitungen, amfolgenden Tage eine Hauptschlacht zu liefern, aber des Abends neunUhr gingen die Russen nach dem rechten Ufer der Alle zurück, und aufBartenstein, Straße nach Friedland, um über diesen Ort Königsbergfrüher zu erreichen als der Feind. Auf dem geraden Wege von Heils-berg über Preußisch-Eylau zog das russische Corps Kamenskoy's'),um sich mit dem preußischen unter L'Estoq, welches von Heiligenbeilgegen Königsberg zurückging, bei Ludwigswalde zu vereinigen. DieseBewegungen waren vorgeschrieben, weil man auf den Grund verschiedenerErkennungen glaubte, es sei schon am 11. Juni ein großes feindlichesCorps nach Königsberg in Marsch gesetzt worden. Das war jedochirrig, erst am 13. brach Murat mit dem größten Theile der Reserve-reiterei auf der geraden Straße nach Eylau auf, und das Corps desMarschalls Davoust folgte. Die Absicht war, das preußische Corpsnoch vor Königsberg zu schlagen, und dadurch diese Hauptstadt ohneförmlichen Angriff auf dieselbe besehen zu können. L'Estoq wich abereinem ernsten Gefechte aus und ging nach Königsberg zurück.
Bennigsen hatte am 13. Juni seine Armee bei Schlippenbeil ander Alle aufgestellt, und den Fürsten Galitzin nach Friedland vor-
I) Ein Verwandter des alten Feldmarschalls Kamenskoy.